Heideggers Hütte in Todtnauberg

Sechseinhalb Kilometer auf den Höhen von Todtnauberg, auf den Spuren Martin Heideggers. Wir müssen Heideggers Hütte lange suchen, das steht für den schweren Weg zur Erkenntnis, könnte man meinen. Es lohnt sich. Nicht der Hütte wegen, die sich hinter hohen Baumwipfeln wegduckt, weil sie von der Welt nicht erkannt werden will. Sie öffnet sich dem Blick nur von ihrer Rückseite her; Zäune verhindern den Zugang von Devotionaliensammlern. Auffallend die grünen Fensterläden. Links ein Brunnen. Heidegger hat hier in Todtnauberg „Sein und Zeit“ geschrieben.

Die Aufnahmen stammen vom 23. Oktober 2011: Auf den Spuren von Martin Heidegger. Durch Freiburg in den Schwarzwald. Nebel löst sich auf und klärt den Blick für strahlende Wiesen, die sich nach oben hin zum Wald verdunkeln. Es hat geschneit vor ein paar Tagen! Geruch des Schwarzwalds. Erster Halt an den Todtnauer Wasserfällen. Idyllischer Blick. Todtnauberg, weiter zum Ratschert, einem Parkplatz, von wo der Heidegger Rundweg ausgeht. Fotosession für Wanderer, die mir ihre Canon-Kamera in die Hand gedrückt hatten. Der Weg: herrlich, aber die Hütte verfehlt. Zurück, den Rundweg verlassen und reüssiert. Da liegt sie nun, Heideggers Hütte, geduckt hinter hohen Fichten. Hier ist „Sein und Zeit“ entstanden, hier hat der Meister und Freiburger Professor seinen Schülern Philosophie und Skifahren beigebracht. Hören: Kuhglockengeläut und Angelusläuten.

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9 Comments

  1. Ich denke wieder an das Foto von Heidegger und Spiegel-Augstein auf dem Weg zur Hütte, beide rückwärtig abgelichtet; Heidegger in Loden-Hisel-Ausrüstung mit Rucksack, Augstein kanzleimäßig-verstädtert mit Aktentasche im Mittelgebirge. Man erfährt den Genius locii und erspürt das Ge(o)worfensein…..

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    1. Ein schönes Bild, das Du uns da gemalt hast – das Bild von Heidegger und Augstein auf dem Weg zur Hütte in Todtnauberg. Das war im Jahr 1966, als das Interview geführt wurde, das unter dem Titel „Nur noch ein Gott kann uns retten“ erst nach dem Tod Heideggers 1976 im Spiegel veröffentlicht wurde, dann in Auszügen wieder im Jahr 1997. Hier ist der Link dazu – in der pdf-Datei findet man auch das Bild, das Du uns gemalt hast. http://goo.gl/qqX3b Vielen Dank dafür, Gruß, Ben von Valeat

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    1. Ich höre noch das Geläut der Kuhglocken und denke, hinter den grünen Klappläden so etwas wie ein Radio zu vernehmen. Vor allem fasziniert mich die Einsiedelei, ein Ort zum Denken, abgeschieden von der Welt. Der Topos von Todtnauberg. Stille und Denken. Sein und Zeit.

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