Daviladventskalender

Nicolás Gómez Dávila

24. Dezember 2011: Jede Wahrheit wird zwischen einem Ochsen und einem Esel geboren.

23. Dezember 2011: Alles, was auf der Welt etwas wert ist, ist ihr nicht zugehörig, und die Welt reißt es nicht mit sich in ihren Untergang. Unser vergangenes Glück erwartet uns am Ende des Tages, um unsere wunden Füße zu salben.

22. Dezember 2011: Weder Erfolg noch Scheitern sind für die wahre Berufung von Bedeutung.

21. Dezember 2011: Von dem, was wichtig ist, gilt es so zu sprechen, als wäre es dies nicht.

20. Dezember 2011: Tiefe Überzeugungen werden stillschweigend übermittelt.

19. Dezember 2011: Weder Erfolg noch Scheitern sind für die wahre Berufung von Bedeutung.

18. Dezember 2011: Nur wir selbst können die Wunden vergiften, die uns zugefügt werden.

17. Dezember 2011: Klassischer Künstler ist, wer die Perfektion der Originalität vorzieht.

16. Dezember 2011: Jede Epoche verströmt ihren unverwechselbaren Geruch. Morgenduft, mittäglicher Männerschweiß, Miasmen nächtlicher Schrecken.

15. Dezember 2011: Die moderne Gesellschaft hat sich in stetig wachsendem Maße zu einer bloßen Zusammenrottung brünstiger Tiere entwickelt.

14. Dezember 2011: Niemand nennt sich selbst Dichter, Philosoph, Künstler ohne eine gewisse Ungehobeltheit und einige Schamlosigkeit.

13. Dezember 2011: Das Lächeln ist göttlich, das Lachen menschlich, das Gelächter tierisch.

12. Dezember 2011: Fast allen ist es nicht so wichtig, im Recht zu sein, als selbst Recht zu behalten.

11. Dezember 2011: Wir sollten versuchen, unsere Seele zu erbauen wie eine Landschaft aus Wasser und Erde, die zu einer weißen Kirche auf dem Vorgebirge emporsteigt.

10. Dezember 2011: Solange der Autor zu gefallen versucht, stottert seine Prosa.

9. Dezember 2011: Die verbrauchte Luft der Orte, an denen Handel getrieben wird, ist deprimierend.

8. Dezember 2011: Nur wir selbst können die Wunden vergiften, die uns zugefügt werden.

7. Dezember 2011: Die einzig unersetzbare Person ist der Künstler. Für alle übrigen gibt es Ersatzleute.

6. Dezember 2011: Der herausragende Verstand besitzt die Schwerfälligkeit einer Statue.

5. Dezember 2011: Dagegendenken ist schwieriger als Dagegenhandeln.

4. Dezember 2011: Wir sind nicht die Summe unserer Taten. Wir sind die Unversehrtheit unseres geheimsten Kristalls oder sein geheimster Riss.

3. Dezember 2011: Der Mensch weiß erst, was er zerstört, nachdem er es zerstört hat.

2. Dezember 2011: Ich glaube mehr an das Lächeln als an den Zorn Gottes.

1. Dezember 2011: Ich vertraue nicht auf die Intelligenz eines Menschen, der sich nicht darüber wundert, dass er nicht immerzu dumm ist.

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