Ursula Krechel: Landgericht

Ursula Krechel erzählt in ihrem Roman Landgericht die Lebensverwicklung des aus dem Exil zurückkehrenden Richters Richard Kornitzer. Er ist vom Glauben an Recht und Rechtsstaatlichkeit durchdrungen und zerbricht, als er in der Enge Nachkriegsdeutschlands den Kampf um die Wiederherstellung seiner Würde verliert. Die Sprache des Romans oszilliert zwischen Erzählung, Dokumentation, Essay und Analyse. Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik – von der Architektur über die Lebensformen bis hinein in die Widersprüche der Familienpsychologie. Landgericht ist ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman.

Deutscher Buchpreis 2012: Urteilsbegründung der Jury für Ursula Krechel mit „Landgericht“.

Weitere Beiträge von Valeat zum Thema:
Deutscher Buchpreis 2011 „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji
Deutscher Buchpreis 2010 „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge

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