Googlonien

In Googlonien werden Menschen zu Produkten. Foto: (c) NN / Valeat
In Googlonien werden Menschen zu Produkten. Foto: (c) NN / Valeat

In Googlonien bewertet ein Algorithmus die Menschen wie früher die Produkte. Beförderungen, ausgiebiges Shoppen und ein harmonisches Familienleben lassen deren Wert steigen, finanzielle Probleme, aggressives Verhalten und Reden über Politik führen zur Abwertung. Das Absetzen der Google-Brille steht unter Strafe, KI-Programme scannen beständig Augenbewegungen und Körperfunktionen.
Dafür bekommt der Bürger stets die passende Werbung eingeblendet. Sie schwitzen? Wie wäre es mit dem neuesten Anti-Schweiß-Shirt zum Sonderpreis? Lieferzeit zehn Minuten. Sie zweifeln am System? Wir empfehlen eine Therapie gegen politischen Extremismus. Ein paar Aufmüpfige suchen nach Funklöchern, in denen sie noch unbelauscht miteinander sprechen können. Dort erzählen sie sich dann Gerüchte wie dieses: Irgendwo in den Alpen, in einem tiefen Bunker, gebe es noch eine Kopie des alten, freien Internets.

Manuela Lenzen in einer Rezension über das Buch „Die analoge Revolution“ von Christian Schwägerl. In: FAZ vom 4. Oktober 2014

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