Keine Angst oder: Wir brauchen starke Menschen!

Die Gefahr für die Demokratie besteht nicht in Menschen, die vor Krieg, Not und Terror fliehen, sondern in Menschen, die aus Angst Politik machen.

Georg Diez in Spiegel online, 13.12.2015

Dieser Satz von Georg Diez hat in dieser Woche tragische Aktualität erhalten.

In dieser Woche, in der ein 13-jähriges Mädchen verschwindet und völlig unversehrt wieder auftaucht, zwischenzeitlich aber Migranten der Vergewaltigung bezichtigt werden und Demonstrationszüge gegen Flüchtlinge stattfinden, sich sogar der russische Außenminister einmengt und den deutschen Behörden Vertuschung vorwirft – Vertuschung einer Straftat, die es gar nicht gegeben hat.

In dieser Woche, in der ein Flüchtling, den es gar nicht gibt, in Berlin für tot erklärt wird und sich in den sozialen Medien ein tosender Shitstorm gegen die Behörden ausbreitet.

In dieser Woche, in der eine Politikerin über die Verteidigung der deutschen Grenzen vor Flüchtlingen mit Waffengewalt spricht.

In dieser Woche, in der ein Politiker der Bundeskanzlerin vorwirft, mit ihrer Flüchtlingspolitik Deutschland zu spalten.

Kinder – seid ihr des Wahnsinns? Bitte kurz runterkommen, ich flehe euch an, bitte: Diese Angst frisst euch auf. Lasst euch nicht schwach reden, lasst euch keine Angst von denen einjagen, die ihr Machtspiel mit euch treiben.

Vernunft und Leidenschaft brauchen wir jetzt.

Vernunft brauchen wir, um gemeinsam den richtigen Weg zu finden, dass die Flüchtenden sich in Deutschland (und nicht in Deutschland allein) empfangen fühlen und hier in Europa nicht dem Terror ausgesetzt sind, vor dem sie geflohen sind, gleichzeitig dass die Menschen hier (die, die vorher schon hier waren und nicht aus ihrer Heimat fliehen mussten) sich nicht überfordert fühlen.

Leidenschaft brauchen wir, Zuversicht und Selbstvertrauen, um eine große Aufgabe zu meistern, was zwar nicht den Gartenzwergen in unseren Vorgärten, aber umso mehr dem Menschen und seinem Leben dient, dem Menschen von Gegenüber, aber auch und gerade dem Menschen in uns.

Wir brauchen starke Menschen! (Wir schaffen das – nur mit unserem Selbstvertrauen, nicht mit dem Schwächling in uns.)

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