Homo Heterogenus

Wirtschaftsstudenten würden falsch ausgebildet, behauptet Holger Rogall, Professor für nachhaltige Ökonomie, denn das Menschenbild des „Homo Oeconomicus“ sei falsch: Der Mensch sei nicht ausschließlich rational zu seinem eigenen ökonomischen Nutzen unterwegs. Rogall spricht von einem „eklatanten Versagen“ der meisten Universitäten in der Ausbildung ihrer Studenten und beschreibt im folgenden Zitat den „Homo Heterogenus“, dem er dem überkommenden Menschenbild des „Homo Oeconomicus“ entgegenstellt.

Menschen verhalten sich nicht immer zu ihrem eigenen Nutzen. Der Mensch raucht, er trinkt, er schadet seiner Gesundheit und verbraucht zu viele Ressourcen. Menschen sind übrigens auch bereit Rache zu üben, wenn man ihnen schadet. Selbst wenn sie das in hohe Kosten stürzt, das ist völlig irrational. (…) Wäre der Mensch so rational, wie es die neoklassische Theorie annimmt, würde er solche Dinge nicht tun. (…) Ich gehe vom Homo Heterogenus aus. Der Mensch ist demnach ein heterogenes Wesen, er handelt nicht immer gleich. Er kann auch lieben und etwas für andere tun, für das er nicht unmittelbar eine Gegenleistung erwartet. Er ist oft hilfsbereit und fair. Im Wirtschaftsgeschehen zeigt sich das: Der Mensch will seinem Geschäftspartner vertrauen – und wenn er ihm vertraut, dann möchte er gerne viele Jahre mit ihm zusammenarbeiten. Auch wenn das womöglich mehr kostet.

Holger Rogall (Jahrgang 1954) im Wirtschaftmagazin enorm 06/15. Hier geht es zum Online-Beitrag >>>

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