Wann immer man Umberto Eco lauschte, trug man ein Lächeln im Gesicht. Warum? Weil er einem erlaubte, für eine Weile in seiner Welt zu leben, die eine wunderbare Welt des Scharfsinns, des Witzes und des Wissens war. Wissen bedeutete für ihn nicht Macht, sondern Freiheit. Umberto Eco verstand Wissen als schönstes Mittel zu einer fröhlichen, freudvollen Befreiung des Menschen. Dafür habe ich ihn mehr gemocht und bewundert als für alles andere.

Orhan Pamuk zum Tod von Umberto Eco in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 22. Februar 2016. Hier geht’s zum Artikel im FAZ.net >>>

Umberto Eco – Internet: Schritt nach vorn?

Nachruf zum Tod von Roger Willemsen

Ein Satz von ihm bleibt haften: „Herr Güvercin, wir kämpfen an derselben Front. Heute werden Sie attackiert, morgen ich. Trotzdem machen wir weiter.“ Zuletzt hatte sich Roger Willemsen von der Öffentlichkeit zurückgezogen. Wie bei seinen Reisen und Büchern hat er sich auch beim Tod ganz auf die eine Sache konzentriert. In den Me­dien stand nichts. Ich hatte die Hoffnung, dass er wieder zurückkommt. Nun hat er uns verlassen. Er wird uns fehlen­ – Muslimen und Nicht-Muslimen.

Eren Güvercin in derFreitag, 12. Februar 2016

Zum Nachruf>>>

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Auch Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski, die zeitweiligen philosophischen Lehrmeister der Republik, reden über ein leichtfertiges »Fluten« des Landes und eine aus Staatsvergessenheit erwachsene Politik der »schwachen Membrane«, als müsse die Regierung nur ihren Ratschlägen einer rigiden Grenzsicherung folgen – und schon werde alles wieder gut.
Unterkomplexe Antworten haben ihre eigene Suggestion. Dass sie nun aber auch von denen lanciert werden, die sich über Jahre als Gralshüter realer Komplexität und Repräsentanten komplexen Denkens in Szene gesetzt haben, zeigt einen gravierenden Mangel an strategischer Reflexivität in der politischen Kultur dieses Landes.

Herfried Münkler im Beitrag „Wie ahnungslos kluge Leute doch sein können“ in der ZEIT vom 11. Februar 2016 – zurzeit nur als „Print“ verfügbar (immer lohnenswert).

Mehr zum Thema bei Valeat:
Keine Angst oder: Wir brauchen starke Menschen!

Es gibt nur noch Google. Es gibt keine Ge­schichte mehr. Geschichte ist ein Narrativ. Heute liest man keine Narrative mehr. Wer wissen will, was früher passiert ist, geht zu Google, aber Google ist kein Narrativ. Die Kultur ist zerstört und kommt nicht zurück. Das hat nicht nur Nachteile. Wenn ich früher an meinen Tod dachte, war ein unangenehmer Gedanke immer der, dass, wenn ich sterbe, in der Kultur noch viel geschehen wird. Heute fühle ich mich glücklich, denn die Kultur ist früher gestorben als ich. Also kann ich glücklich sterben in der Überzeugung, dass nach meinem Tod nichts mehr passieren wird, was mich hätte interessieren können.

Boris Groys in Lettre international 111 – Winter 2015