Bruder-Klaus-Kapelle in der Eifel. Foto: (c) Valeat

Vom Eifeldorf Mechernich-Wachendorf sind es ein paar hundert Meter den Berg hinauf. Die Sonne scheint, der Wind schneidet uns scharf ins Gesicht. Von der Höhe aus führt uns der Weg weiter nach links, an einer Weide mit grasenden Rindern vorbei – da sehen wir den Turm der Bruder-Klaus-Kapelle, mitten auf einer Wiese.

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Bild am Sonntag: Hart an der Kante. Foto: (c) Valeat
Bild am Sonntag: Hart an der Kante. Foto: (c) Valeat

 

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Christoph Schlingensief: Ich weiß, ich war's Christoph Schlingensief kommt mit „Ich weiß, ich war’s“ wieder zurück zu uns – authentisch und schonungslos direkt, wie sich der Filmemacher, Regisseur und Aktionskünstler in seinem 49-jährigen Leben gerne selbst dargestellt hat. In diesen von seiner Frau Aino Laberenz postum herausgegebenen autobiografischen Fragmenten vermittelt uns Schlingensief nicht nur einen Überblick seines filmischen Schaffens, von den ersten Kurzfilmen („Der Fahnenschwenkerfilm“) während der Schulzeit über „Das deutsche Kettensägenmassaker“ bis hin zu „Terror 2000 – Intensivstation Deutschland“.

Vom Film zum Theater auf die Straße: Von 1993 an inszenierte Schlingensief an der Berliner Volksbühne (unter Anderem „Rocky Dutschke ’68“), bevor er mehr und mehr Projekte auch außerhalb des Theaters realisierte. Mir ist vor allem seine Partei „Chance 2000“ noch in Erinnerung, die im Bundestagswahlkampf durch ein Gemeinschaftsbad im österreichischen Wolfgangsee das Ferienhaus des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl fluten wollte („Bad im Wolfgangsee“). Oder der Asylanten-Container („Ausländer raus. Bitte liebt Österreich“) mitten in Wien, mit dem Schlingensief gegen Fremdenfeindlichkeit protestierte. Provokation war sein Programm. 2004 inszenierte Schlingensief die Oper „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen, eine intensive Begegnung mit den Wagners.

2008 entwickelte Schlingensief erste Ideen für den Aufbau eines Operndorfs in Burkina Faso, das er nicht als Entwicklungshilfe für Afrika, sondern für Europa sah („Von Afrika lernen“). Die Vollendung seiner Idee erlebte er nicht mehr: Schlingensief erkrankte 2008 an Lungenkrebs, was er im Tagebuch „So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein“ dokumentierte. Am 21. August 2010 starb Christoph Schlingensief in Berlin.

„Ich weiß, ich war’s“ verknüpft Tonbanddokumente, Notate, E-Mails und Posts aus Schlingensiefs Blog in einem Buch, das fragmentarisch wirkt und sich einer filmischen Überblendungstechnik bedient, die Schlingensief zugleich auch als Lebensprinzip betrachtet („Man wird nicht der, der man sein wollte, man kann es nicht werden, weil die Unschärfe ins Spiel kommt und man permanent neu belichtet wird.“) Schlingensief schreibt distanzlos, echt und ehrlich. Auch leise, zweifelnde und philosophische Töne habe ich in diesem Buch gefunden. „Ich weiß, ich war’s“ ist eine Reise durch ein unvollendetes Leben.

Christoph Schlingensief: Ich weiß, ich war’s
Köln 2012. Gebunden, 19,99 Euro

Zur Webseite/Blog www.schlingensief.com…

Köln, Roncalliplatz am Dom, 18. November 2012: Der Tannenbaum wird geschmückt. Im Vordergrund sind die roten Dächer der Weihnachtsmarktbuden zu sehen, im Hintergrund das Dom Hotel. Foto: (c) Valeat