Ich bin irritiert: Der Frühling fängt seit Neuestem einen Tag früher an – nicht am 21., sondern schon am 20. März. Im Jahr 2048 soll Frühlingsanfang sogar auf den 19. März fallen, habe ich in der Zeitung gelesen. Sei’s drum, mit dem Schalttag am 29. Februar ist ein Ausgleich geschaffen, wenigstens in diesem Jahr. Aber nicht der Kalender, sondern das Wetter ist entscheidend. Hier wollen wir wirklich nicht klagen: Und so fegt, harkt und rasenmäht ganz Deutschland wieder, seit gestern, dem ersten Samstag nach Frühlingsanfang. Auf den Wiesen und in den Parks flaniert, frisbeet, fahrradet und fußballt es jetzt wieder. Es kaffeet in den Cafés und biert in den Biergärten. Es grillt und bruzzelt aus vielen Feuern – wie im Sommer. Es ist der Sommer! Denn in der Nacht zum 25. März hat die Sommerzeit begonnen. Wie schnell das geht, Leute: Frühlingsanfang, Sommerzeit, FrühlingsSommerzeit, alles innerhalb einiger Tage, alles über Nacht binnen einer Stunde. Ich bin irritiert.

Nach 100 Tagen neu: Der Kopfbereich von Valeat zeigt jetzt ein neues Foto. Beiseite gelegt habe ich das alte Twenty-Ten-Foto von WordPress. Das neue Foto ist am Fuße des Eckartsberg in Breisach am Rhein entstanden. „Lyrik am Wege“ steht für die Schwerpunktthemen dieses Blogs: Literatur und Philosophie. Möge es Euch gefallen!

Sitze auf Balkon, schaue auf Lagerfeld hinab: Im Rahmen der lit.Cologne und mit 35 Minuten Verspätung sprach Karl Lagerfeld nicht mit Elke Heidenreich, sondern mit Roger Willemsen über die erste Lektüre, die Liebe zu Büchern, sein verlegerisches Werk mit L.S.D. und über seinen Buchladen Editon 7L Paris - am 16. März 2012 im Kölner Opernhaus.

Nachtrag Kölner Stadt-Anzeiger 16.03.2012, 22:27 Uhr: Warum Karl Lagerfeld nicht mit Elke Heidenreich sprechen wollte…

Pocket-Buch: 11,2 Zentimeter breit, 9 Zentimeter hoch

Ich zähle mich zu den Menschen, die, wo auch immer sie sind, nicht den Bäcker, sondern zuerst die Buchhandlung aufsuchen. Diese Pocket-Bücher habe ich in einer kleinen Stadt, Wittlich nämlich, zum ersten Mal gesehen. Das hat wohl nicht daran gelegen, dass es kleine Bücher nur in kleinen Städte gibt. Eher daran, dass die Buchhandlung in Wittlich die hinreichende Größe gehabt hat, solche winzigen Bücher überhaupt wahrzunehmen, also kein Buchkaufhaus war, die sich heute überall in den großen Städten breit gemacht haben.

Sie heißen wohl Pocket-Bücher, weil der Name Taschenbücher schon vergeben war. Schade eigentlich, denn diese Pocket-Bücher passen mit einer Breite von 11,2 und einer Höhe von neun Zentimeter wirklich in jede Westentasche oder noch so kleine Handtasche. Interessant ist aber etwas ganz anderes: Man liest im Querformat, Seite 295 beispielweise befindet sich unter und nicht rechts neben der Seite 294 wie gewöhnlich. Das macht das Lesen leichter, bei durchschnittlich acht bis zehn Wörtern oder 60 Zeichen pro Zeile.

Preislich sind diese Pocket-Bücher mit ihren größeren Geschwistern zu vergleichen. Das Heyne-Pocket „Berufung“ von John Grisham kostet 9,99 Euro, vier Cent mehr als das Taschenbuch. Auch der Fischer Verlag stellt in seiner „Taschenbibliothek“ kleinere Bücher als Taschenbücher her. Die Fischer-Minis sind aber bei gleicher Breite etwas höher als die Pocket-Bücher von Heyne; der Satzspiegel ist kürzer und man liest ganz normal im Hochformat. Da sind die Pocket-Bücher von Heyne schon aufregender.

John Grishams Berufung als Pocket-Buch