Im vergangenen Jahr waren es die Medien – besonders hier in Europa –, die sich den etablierten Fakten des großen Schmuggels und der digitalen Zukunft furchtlos entgegengestellt haben. Da Amerika zögert, synthetische Deklarationen zu entwickeln, die uns über den Überwachungskapitalismus hinausführen können, bleibt Europa unsere größte Hoffnung im Hinblick auf diese weltgeschichtliche Herausforderung. Europa muss die Fackel übernehmen und einen Weg in eine neue Heimat bahnen.
Behalten Sie Ihren Mut. Wir stehen erst am Anfang, und es stimmt, dass Anfänge furchteinflößend sind. Aber, wie Hannah Arendt es formuliert hat, mutet jeder Anfang aus der Perspektive der Prozesse, die er unterbricht, wie ein Wunder an. Die Begabung, Wunder zu tun, ist überaus menschlich, so ihre Argumentation, weil sie die Quelle aller Freiheit ist.
Mögen wir gemeinsam Frank Schirrmachers Erbe weiterführen, indem wir uns an der Schaffung vieler großartiger und schöner neuer Tatsachen beteiligen, welche die digitale Zukunft als Heimat der Menschheit zurückgewinnen.
Das soll unsere Erklärung sein.

Shoshana Zuboff (Jahrgang 1951) in der FAZ vom 15. September 2014 (Rede vom 12. September 2014 in Potsdam)

Weltraum #174. Foto: (c) Valeat

Habe eine große Idee. Wird alles verändern. Müssen bald sprechen.

Frank Schirrmacher, kurz vor seinem Tod am 12. Juni 2014, in einer SMS an Hans Ulrich Gumbrecht. Zitiert von Hans Ulrich Gumbrecht, Doktorvater und Freund von Frank Schirrmacher, in der FAZ vom 6. September 2014. Frank Schirrmacher wäre am 5. September 2014 55 Jahre alt geworden.

Mehr zu Frank Schirrmacher

So ungefähr hatte ich das schreiben wollen, na ja, und so ungefähr hab‘ ich es jetzt ja auch geschrieben. Journalismus spielt sich in dieser Kuppel ab. Unser Job ist es zu lernen. Zu schreiben. Zu stören. Und zu Ende gelesen zu werden. Frank, ich will nicht, dass Du tot bist! Ich trauere, ich weine. Best V.Z.

Volker Zastrow zum Tod von Frank Schirrmacher. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. Juni 2014.

Frank Schirrmacher, gestorben  am 12. Juni 2014. Das Bild zeigt Frank Schirrmacher auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2012.
Frank Schirrmacher, gestorben am 12. Juni 2014. Das Bild zeigt Frank Schirrmacher auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2012.


Mehr bei Valeat zu Frank Schirrmacher:

Friedenspreis an Jaron Lanier
Das Methusalem-Komplott
Revolution
“Ich rede als Kontaminierter”

Der Friedenspreis an Lanier kommt zu einem Zeitpunkt, wo auch die deutsche und die europäische Industrie ahnt, was auf Sie zukommen wird, wenn eine einige wenige Giganten mehr über ihre Kunden und einige Geheimdienste mehr über ihre Pläne wissen, als sie es je für möglich hielten. Eine unregulierte Informationsökonomie, so viel ist klar, führt zu Autonomieverlusten, die vom Einzelnen bis zu ganzen Branchen reicht.

Frank Schirrmacher anlässlich der Bekanntgabe der Nachricht, dass Jaron Lanier in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juni 2014

Dass wir in einer neuen industriellen Revolution leben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Merkwürdigerweise werden aber kaum Lehren aus dem neunzehnten Jahrhundert gezogen. Natürlich kann man eine Geschichte der Dampfmaschine erzählen, die von James Watt bis zur IAA reicht und nichts anderes ist als eine Geschichte menschlichen Erfindergeists. Man kann sie aber auch als Geschichte einer beispiellosen sozialen Revolution erzählen und sich fragen, ob wir Nachgeborenen das Ingenium in Gestalt des neuesten i-Phones bekommen, aber den sozialen Preis nicht werden zahlen müssen. Die Antwort lautet nicht nur, dass wir zahlen müssen, sondern vor allem, dass wir sehr viel schneller zur Kasse gebeten werden als unsere Vorfahren.

Frank Schirrmacher in der FAZ vom 26. September 2013

Hier gibt es den Beitrag auch online…

Frank Schirmmacher auf der Frankfurter Buchmesse 2012. Foto: (c) Valeat
Frank Schirmmacher auf der Frankfurter Buchmesse 2012. Foto: (c) Valeat