Ich frage mich manchmal, ob wir Autoren uns nicht mehr verändert haben als die Leser – und dadurch vielleicht auch unser Bild von dem, was Literatur ist. Als ich anfing zu studieren, hatte ich das Gefühl, dass man als junger Autor überhaupt keine Chance hat, jemals einen Verlag zu finden. Ein Autor, das war damals jemand, der mindestens 50 ist, männlich und am besten schon tot. Dann hat sich die Verlagswelt plötzlich jüngeren Autoren geöffnet – vor allem durch das Phänomen der sogenannten Popliteratur. Damit wurde Geld verdient, und das hatte Konsequenzen: Mediale Präsenz, der Autor muss verhandeln, nimmt sich einen Agenten, solche Sachen.

Juli Zeh (Jahrgang 1974), Schriftstellerin, in einem Gespräch mit Michael Krüger, Geschäfsführer beim Hanser Verlag, Helge Malchow, Verleger bei Kiepenheuer & Witsch. Die Zeit, Nummer 7, 15. November 2012. Pflichtlektüre für Menschen, die mit Büchern zu tun haben.

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Über E-Books und das Lesen…
Über die Zukunft von Büchern

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Dauernd wird irgendetwas neu erfunden, aber das Einzige, was bis jetzt nicht geändert werden kann, ist, dass sich unser Gehirn für eine Seite zwei Minuten Zeit nimmt. Mehr kann es nicht leisten. Wenn ich daneben noch Musik habe und ein Ballett auf dem Bildschirm sehe und möglicherweise eine Amazon-Empfehlung in bewegten Bildern, dann sind das alles nur Lügenmärchen von einer behaupteten Vielfalt. In Wahrheit ist die Konzentration auf den Text durch nichts anderes zu ersetzen. Das Internet täuscht eine Vielfalt vor, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Verlage nutzen das Internet nur als Verkaufsplattform. Es hat sich keine Netzkultur entwickelt, eher eine Netzunkultur.

Michael Krüger (Jahrgang 1943), Geschäfsführer beim Hanser Verlag, in einem Gespräch mit Helge Malchow, Verleger bei Kiepenheuer & Witsch, und der Schriftstellerin Juli Zeh. Die Zeit, Nummer 7, 15. November 2012. Pflichtlektüre für Menschen, die mit Büchern zu tun haben.

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Über Autoren und Literatur
Über die Zukunft von Büchern

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Wir erleben eine tief greifende Revolution – immerhin  das Ende des Gutenberg-Zeitalters. Aber darin liegen auch enorme Chancen. Wir müssen alles noch einmal erklären: Wie entsteht der Preis eines Buches? Was ist ein Verlag? Und muss es überhaupt Verlage geben? Was passiert in einem Buchverlag? Das ist ein enormer Gewinn an Transparenz.

Helge Malchow (Jahrgang 1950), Verleger bei Kiepenheuer & Witsch in einem Gespräch mit Michael Krüger, Geschäfsführer beim Hanser Verlag, und der Schriftstellerin Juli Zeh. Die Zeit, Nummer 7, 15. November 2012. Pflichtlektüre für Menschen, die mit Büchern zu tun haben.

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