Sätze fliegen mir da nicht zu. Es sind eher Gesichter, die mir kommen, wenn ich irgendetwas anderes mache. Früher habe ich das dann viel ausführlicher notiert. Inzwischen nur noch ganz abgekürzt. Ich mache Notizen in ein kleines Oktavheft. Aber immer nur ein paar Wörter. Wenn ich später draufschaue, habe ich leider manchmal gar keine Ahnung mehr, was die bedeuten sollten.

sz_gruen_150
Don DeLillo im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 22./23. Oktober 2016. Sein neuer Roman „Null K.“ ist in Kürze in Deutschland erschienen; Rezensionen zu diesem Roman aktuell im Feuilleton oder in den Literaturbeilagen aller namhaften Zeitungen.

 

Also kann es auch nicht überraschen, dass im Verlauf der letzten zwanzig Jahre die einzigen Personen, die einen interessanten und bedeutsamen Diskurs über den Zustand der Gesellschaft geführt haben, nicht die Berufs-Intellektuellen waren, sondern Leute, die sich für das wirkliche Leben von Menschen interessieren. Das heißt: die Schriftsteller.

Michel Houellebecq in seiner Rede, die er am 26. September in Berlin anlässlich der Verleihung des Frank-Schirrmacher-Preises 2016 hielt, zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. September 2016

 

Mehr zu Michel Houellebecq
Michel Houellebecq – Karte und Gebiet
Houellebecq über Schriftsteller

Uns ist klar geworden, dass das Problem weit über den Amazon-Hachette-Streit hinausgeht. Ein Unternehmen hat einen monopolistischen Zugriff auf den amerikanischen Buchmarkt, was Verkauf, Vertrieb und Veröffentlichungen angeht: Das wäre selbst dann beunruhigend, wenn es sich bei Amazon um eine freundliche Firma handelte. Aber so ist es nicht. Amazon ist dabei, den freien Ideenfluss in unserer Demokratie zu beschränken.

Douglas Preston über den Kampf gegen Amazon. Aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. September 2015.

Er musste Deutscher sein, weil ich schon lange einen Roman schreiben wollte, in dem Deutschland vorkommt. Ich habe viel Zeit im Land verbracht, ich spreche die Sprache, und die DDR hat mich seit langem gereizt, das ist ein großes Thema, viel interessanter etwa als das kommunistische Polen, weil es so viel extremer zuging: die Stasi, die Ausmaße der gesammelten Daten, die Zahl derjenigen, die dabei mitgemacht haben – das ist alles extrem. Sehr deutsch.

Jonathan Franzen im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 29.08.2015, über eine der Hauptfiguren seines neuen Romans „Unschuld“, der Andreas Wolf heißt und Deutscher ist.

Mehr über Franzen bei Valeat:
Jonathan Franzen – Freiheit

Der Autor ist ein Mensch, der alles Menschliche des Seins auslotet. Das ergibt einen verallgemeinerten Relativismus, der sich als Haltung auf den Autor überträgt. Ich bin kein engagierter Schriftsteller, ich schreibe nicht wie Sartre oder Camus, ich bin für nichts, ich weiß nichts.

Michel Houellebecq im Interview mit Romain Leick im Spiegel 10/2015 (28.02.2015)

 

Mehr zu Michel Houellebecq bei Valeat:
Michel Houellebecq – Karte und Gebiet

Mehr zu Schriftsteller bei Valeat:
Schriftsteller sind wie Banker
Schriftsteller
Schriftstellerkarriere

Sakaguchi Ango über das Prinzip aller Künste. Bild Sakaguchi Ango: aus Lettre International 105/Sommer 2014. Bild: (c) Valeat
Sakaguchi Ango über das Prinzip aller Künste. Bild Sakaguchi Ango: aus Lettre International 105/Sommer 2014. Bild: (c) Valeat

Bei meinem Beruf, der Literatur, verhält es sich genauso. Nicht eine Zeile darf hinzugefügt werden um der Schönheit willen. Die Schönheit entsteht gerade nicht dort, wo man sich ihrer bewusst ist. Das, was unbedingt geschrieben werden muss, was notwendig geschrieben wird, erschöpft sich nur in Antwort auf das absolut Notwendige. Es ist einfach notwendig, egal, ob eins, zwei oder hundert, es ist von Anfang bis Ende ganz und gar notwendig. Und die einzigartige Gestalt, die diese unausweichliche Substanz verlangt, bringt die Schönheit hervor. Sobald man sich vom Verlangen der Substanz entfernt und sich auf den Standpunkt des Ästhetischen oder Lyrischen stellt und eine Säule baut, wird das Werk belanglos. Darin besteht der Geist der Prosa, das ist die wahre Gestalt des Romans. Zugleich ist es das Prinzip aller Künste.

Sakaguchi Ango (1906 – 1955) in Lettre International 105, Sommer 2014

Mehr zu Lettre international >>>

"Die Literatur ist abhängig von Dummköpfen", sagt Eckhard Henscheid in der SZ. Foto: (c) Africa Studio - Fotolia.com
„Die Literatur ist abhängig von Dummköpfen“, sagt Eckhard Henscheid in der SZ. Foto: (c) Africa Studio – Fotolia.com

 

Ich will mich nicht abhängig machen von den Preisgremien. Das sind derartige Idioten- und Ignoranten Vereine, das stellt sich die andächtige Öffentlichkeit nicht annähernd vor! Zum Teil ehrgeizige Wichtigtuer, zum Teil Ahnungslose. Die Literatur ist abhängig von Dummköpfen. Mehr denn je. Und die entscheiden tatsächlich über die Schicksale der Nachwachsenden. Oft spielt die Qualität der Bücher überhaupt keine Rolle mehr, sondern nur die Wendigkeit der geldbeflissenen Autoren.

Eckhard Henscheid (Schriftsteller und Satiriker, Jahrgang 1941) in der Süddeutschen Zeitung vom 11. April 2014

Schriftsteller, findet er, sei inzwischen ein Mittelstandsberuf, der sich nur geringfügig von dem des Investmentbankers unterscheide. Beide wollten vor allem erfolgreich sein, viel Geld verdienen und am Flughafen von den Leuten erkannt werden. Ein Autor müsse mindestens alle zwei Jahre ein neues Buch produzieren, er stehe unter enormem Erfolgsdruck. Was dabei herauskomme, sei ziemlich mittelmäßig und ohne jede Dringlichkeit.

Iris Radisch (Jahrgang 1959) in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 6. März 2014 über Pankaj Mishra, dem Preisträger der Leipziger Buchmesse, die vom 13. bis zum 16. März 2014 stattfindet.

Mehr zum Thema Schriftsteller
Schriftsteller
Schriftstellerkarriere
Schriftstellerleben

Leipziger Buchmesse vom 13. bis zum 16. März 2014. Foto: (c) Valeat auf der Leipziger Buchmesse 2013
Leipziger Buchmesse vom 13. bis zum 16. März 2014. Foto: (c) Valeat auf der Leipziger Buchmesse 2013

Mehr zum Thema Leipziger Buchmesse
Leipziger Buchmesse (offizielle Webseite)
Leipziger Buchmesse 2013