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1. Gutmensch
2. Hausaufgaben
3. Verschwulung

„Gutmensch“ ist Unwort des Jahres 2015. Das gab die unabhängige Jury rund um die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich bekannt. Mit diesem Wort beschimpfe man diejenigen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen, wie die Jury in einer Pressemitteilung am Dienstag mitteilte:

Das Wort „Gutmensch“ ist zwar bereits seit langem im Gebrauch und wurde auch 2011 schon einmal von der Jury als ein zweites Unwort gewählt, doch ist es im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema im letzten Jahr besonders prominent geworden. Als „Gutmenschen“ wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen. Mit dem Vorwurf „Gutmensch“, „Gutbürger“ oder „Gutmenschentum“ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm oder weltfremdes Helfersyndrom diffamiert. Der Ausdruck „Gutmensch“ floriert dabei nicht mehr nur im rechtspopulistischen Lager als Kampfbegriff, sondern wird auch hier und dort auch schon von Journalisten in Leitmedien verwendet. Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert somit einen demokratischen Austausch von Sachargumenten. Im gleichen Zusammenhang sind auch die ebenfalls eingesandten Wörter „Gesinnungsterror“ und „Empörungs-Industrie“ zu kritisieren.

Nach „Gutmensch“ belegen „Hausaufgaben“ und „Verschwulung“ die nächsten Plätze. „Hausaufgaben“ degradiere souveräne Staaten (wie Griechenland) und deren Regierung zu unmündigen Schulkindern; „Verschwulung“ diffamiere Homosexuelle.

Das „Unwort des Jahres“ wurde bereits zum 25. Mal gewählt. Grundlage für die Wahl des „Unworts des Jahres 2015“ waren aktuell 649 verschiedene Wörter aus 1.664 Einsendungen. Die Jury bildeten die Sprachwissenschaftler Nina Janich (TU Darmstadt), Kersten Sven Roth (Universität Zürich), Jürgen Schiewe (Universität Greifswald) und Martin Wengeler (Universität Trier) sowie der freie Journalist Stephan Hebel (früher: Frankfurter Rundschau). Als jährlich wechselndes Mitglied war aktuell der Kabarettist Georg Schramm in der Jury.

Zum ersten Mal gibt es zum "Unwort des Jahres" eine Foto-Ausstellung: Wer auf das Bild klickt, erfährt mehr zu dieser Aktion unter http://www.unwort-bilder.de.
Zum ersten Mal gibt es zum „Unwort des Jahres“ eine Foto-Ausstellung: Wer auf das Bild klickt, erfährt mehr zu dieser Aktion unter http://www.unwort-bilder.de.

Weiterführende Informationen:
Hier geht es zur Homepage der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“

Außerdem bei Valeat zum Thema erschienen:

Unwort des Jahres 2014: „Lügenpresse“
Unwort des Jahres 2013: „Sozialtourismus“
Unwort des Jahres 2012: „Opfer-Abo“
Unwort des Jahres 2011: „Döner-Morde“

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Aus: Gesellschaft für deutsche Sprache – Wort des Jahres 2015

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