Bulle und Bär im Schnee vor der Börse in Frankfurt. Foto: (c) Valeat
Bulle und Bär im Schnee vor der Börse in Frankfurt. Foto: (c) Valeat

 

Das Ziel der Finanzwirtschaft ist nicht eine Verbesserung von Lebensbedingungen des Einzelnen. Es geht nur darum, auf Kosten aller anderen Geld zu verdienen. Auf der einen Seite stehen wirklichkeitsfremde Renditeerwartungen, die nur durch Verarmung großer Teile der Gesellschaft zu erreichen sind. Einfache Jobs werden gestrichen, und gleichzeitig entstehen Bullshit-Jobs, die keiner braucht.

Von alleine regulieren sich die Finanzmärkte sicher nicht. Börsentransaktionssteuern und Vermögenssteuern wären erste Maßnahmen. Solange mit Geld mehr Geld verdient werden kann als mit Arbeit, wird das alles immer schlimmer. Wieso misst eine Gesellschaft, die für sich doch eine gewisse Vernunft in Anspruch nimmt, einem so irrationalen Produkt wie Geld dermaßen viel Bedeutung zu? Das habe ich nicht verstanden. Wenn man mal ein bestimmtes Vermögen erreicht hat, kann man gar nicht mehr arm werden. So viel kann man nicht ausgeben.

Harald Lesch, Professor für theoretische Astrophysik, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 30. Januar 2015

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Wohlstand: Zeit statt Geld. Über den Aussteiger Gerrit von Jorck – in Spiegel online.

 
Da lebt einer von vier Euro am Tag. Sein Lieblingsessen: Reispfanne mit Möhre, Zwiebel, Paprika, Gurke für anderthalb Euro. Ich bin beeindruckt. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre in Köln hat er mit 1,0 abgeschlossen, doch er hat sich nach dem Studium keiner standesgemäßen Karriere unterworfen, sondern entschieden, dass ihm Zeit wichtiger als Geld sei. Nun studiert er Philosophie in Berlin.

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Als junger Kunststudent hatte ich Angst. Aber ich wusste auch, worauf ich mich einlasse. Das sage ich auch meinen diesbezüglich ambitionierten Söhnen: Besonders als Künstler musst du deine Lebensqualität aus dem ziehen, was du tust. Und nicht aus dem, was du damit verdienst.

Wolfgang Niedecken (Jahrgang 1951) im Interview mit Thomas Fromm und Uwe Ritzer von der Süddeutschen Zeitung zum Thema „Geld“. Süddeutsche Zeitung, 27. Dezember 2013
 

Webseite der Kölschrockband BAP, hier mit dem Liedtext „Müsli-Män“:

Zur Webseite von BAP...
Webseite von BAP: Müsli-Män – kölscher Originaltext mit Übersetzung. Eigentlich war dieses Bildelement mit „Müsli-Män“ für einen Post über den omnipräsenten Richard David Precht vorgesehen. Sei`s drum.

Papst Franziskus I. nach seiner Wahl am 13. März 2013 (Bild: ARD-Sondersendung "Der Papst ist gewählt")
„Fetischismus des Geldes“: Papst Franziskus I. nach seiner Wahl am 13. März 2013 (Bild: ARD-Sondersendung „Der Papst ist gewählt“)

 

Einer der Gründe dieser Situation liegt in der Beziehung, die wir zum Geld hergestellt haben, denn friedlich akzeptieren wir seine Vorherrschaft über uns und über unsere Gesellschaften. Die Finanzkrise, die wir durchmachen, lässt uns vergessen, dass an ihrem Ursprung eine tiefe anthropologische Krise steht: die Leugnung des Vorrangs des Menschen! Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. Die weltweite Krise, die das Finanzwesen und die Wirtschaft erfasst, macht ihre Unausgeglichenheiten und vor allem den schweren Mangel an einer anthropologischen Orientierung deutlich – ein Mangel, der den Menschen auf nur eines seiner Bedürfnisse reduziert: auf den Konsum.

Papst Franziskus im Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“, das am 26. November 2013 veröffentlicht wurde. Das Zitat stammt aus Nummer 55 des Apostolischen Schreibens.

Geld ist kein Wert an sich. Foto: © ElenaR - Fotolia.com
    „Ich spreche von einer Form des Finanzkapitalismus, der keinen Nutzen für den Kunden generiert, denn der entzieht der sozialen Marktwirtschaft das Fundament: Einige wenige kassieren exorbitante Gehälter, vom Rest wird Lohnzurückhaltung verlangt. Geld ist ein Mittel, um Geschäfte zu ermöglichen, Geld ist kein Wert an sich, sondern ein Tauschmittel.“

Frank Appel, Jahrgang 1961, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG

Interview mit Post-Chef Frank Appel, FAZ.net 29. Januar 2012