Die Gesellschaft für deutsche Sprache mit Sitz in Wiesbaden wählt Jahr für Jahr im Dezember das „Wort des Jahres“ aus.

1. Postfaktisch 
2. Brexit
3. Silvesternacht
4. Schmähkritik
5. Trump-Effekt
6. Social Bots
7. Schlechtes Blut
8. Gruselclown
9. Burkiniverbot
10. Oh, wie schön ist Panama

Aus: Gesellschaft für deutsche Sprache – Wort des Jahres 2016

Wort des Jahres 2015
Wort des Jahres 2014
Wort des Jahres 2013
Wort des Jahres 2012
Wort des Jahres 2011

Logo der Gesellschaft für deutsche Sprache

  1. Flüchtlinge
  2. Je suis Charlie
  3. Grexit
  4. Selektorenliste
  5. Mogel-Motor
  6. durchwinken
  7. Selfie-Stab
  8. Schummel-WM
  9. Flexitarier
10. Wir schaffen das!

Aus: Gesellschaft für deutsche Sprache – Wort des Jahres 2015

Wort des Jahres 2014
Wort des Jahres 2013
Wort des Jahres 2012
Wort des Jahres 2011

Im Trend: Achtsamkeit und Gentrifizierung. Grafik: (c) Valeat
Im Trend: Achtsamkeit und Gentrifizierung. Grafik: (c) Valeat

 

Aus dem Nichts tauchen neue Wörter auf. Plötzlich sind sie da und jeder verwendet sie. Trendwörter verraten viel über den Zustand oder die Befindlichkeit einer Gesellschaft. „Befindlichkeit“ ist auch so ein Trendwort. Oder „Expertise“ oder „Entschleunigung“ oder „chillen“. Da gibt es Trendwörter, die aufgrund einer veränderter Lebenswelt entstehen: „Big Data“ oder „Shitstorm“ sind sprachliche Neuschöpfungen für Phänomene, die es vor der Erfindung des Internets noch nicht gegeben hat. Andere Trendwörter entstehen anscheinend aus dem Nichts.

Zwei neue Trendwörter sind mir jüngst aufgefallen. Das eine ist „Gentrifizierung“, ein Fachwort, das aus der Stadtsoziologie kommt. Wer’s noch nicht gehört hat: Gentrifizierung meint die Veränderung in Wohnvierteln aufgrund sozioökonomischer Unterschiede. Um es deutlich zu sagen: Die Armen fliegen aus ihren billigen Wohnungen raus und die Reichen ziehen in fein sanierte Apartments ein. Berlin-Kreuzberg oder Köln-Ehrenfeld sind Stadtviertel, in deren Zusammenhang man unser Trendwort gerne verwendet. Manchmal spricht man in solchen Fällen auch von „Yuppisierung“ – ein Wort, das neu ist, aber nicht im Trend liegt (3.280 Fundstellen bei Google, 459.000 hingegen für „Gentrifizierung“).

Das andere Trendwort ist mir seit einem halben Jahr höchstens bekannt. Es heißt „Achtsamkeit“. Das normale Wort „Achtsamkeit“ kenne ich natürlich, neu hingegen ist das Trendwort. Was versteht der Trendmund unter „Achtsamkeit“? Nähern wir uns an, über ein Buch selbstredend: „Das Einmaleins der Achtsamkeit“ ist ein Buch, das man sich sogar im Online-Shop von Lidl bestellen kannst. Untertitel des Buches: „Vom sorgsamen Umgang mit alltäglichen Gefühlen“. Es geht also darum, dass man auf seine Gefühle hört. Im Zusammenhang mit „Gesundheitsmanagement“ ist mir das neue Trendwort „Achtsamkeit“ auch schon einmal begegnet: den eigenen Körper bewusst wahrnehmen. Achtsam leben heißt: gesund und in Einklang mit sich selbst leben.

Trendwörter spiegeln die Wirklichkeit. Vielleicht fallen Euch auch noch einige Trendwörter ein, die Ihr liebt oder die Euch nerven. Anregungen bieten die Veröffentlichungen der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres oder auch die des Langenscheidt-Verlags zum Jugendwort des Jahres.

Mehr von Valeat zum Thema:
Wort des Jahres 2013
„Babo“ ist Jugendwort 2013

Logo der Gesellschaft für deutsche Sprache

1. Rettungsroutine
2. Kanzlerpräsidentin
3. Bildungsabwendungsprämie
4. Schlecker-Frauen
5. wulffen
6. Netzhetze
7. Gottesteilchen
8. Punk-Gebet
9. Fluch-Hafen
10. ziemlich beste …

Am 14. Dezember hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) die Wörter des Jahres bekanntgegeben. „Rettungsroutine“ ist Wort des Jahres 2012:

Platz 1 – Rettungsroutine: Dieses Wort spiegelt nicht nur das schon seit einigen Jahren dauerhaft aktuelle Thema der instabilen europäischen Wirtschaftslage wider, sondern beschreibt zudem die zahlreichen und wiederkehrenden Maßnahmen, die bisher zur Stabilisierung unternommen wurden. Sprachlich interessant ist die widersprüchliche Bedeutung der beiden Wortbestandteile: Während eine Rettung im eigentlichen Sinn eine akute, initiative, aber abgeschlossene Handlung darstellt, beinhaltet Routine – als Lehnwort aus dem Französischen – eine wiederkehrende, wenn nicht gar auf Dauer angelegte und auf Erfahrungen basierende Entwicklung.

Platz 2 – Kanzlerpräsidentin: Auf Platz 2 begegnet uns Angela Merkel als Kanzlerpräsidentin. Hier zeigt sich auf sprachlicher Ebene ein insofern bemerkenswertes Phänomen, als das Hauptwort dieses Kompositums Präsidentin ist, obgleich Merkel eigentlich ja Kanzlerin ist. Es stehen sich also zwei gleichwertige Wortbestandteile gegenüber, deren Kopf sich nicht eindeutig bestimmen zu lassen scheint, wodurch eine Deutung offen bleibt. So legt die deutsche Bundeskanzlerin ab und an auch die neutralen und zurückhaltenden Eigenschaften eines deutschen Bundespräsidenten an den Tag.

Platz 3 – Bildungsabwendungsprämie: Als gelungener Kampfbegriff der Gegner des Betreuungsgelds belegt die Bildungsabwendungsprämie Platz 3 der Liste. Das ganze Jahr über in der Diskussion erhitzte sie nicht nur die Gemüter der Parteien.

Platz 4 – Schlecker-Frauen: Dem Mut der Schlecker-Frauen soll auf Platz 4 sprachlich ein Denkmal gesetzt werden: Kontinuierlich berichteten die Medien über ihr Schicksal und die Ungewissheit darüber, was nach der Insolvenz der Drogeriekette mit ihnen geschehen würde.

Platz 5 – wulffen: Wieder hat ein Politiker es geschafft, durch seine Handlungen bzw. Nichthandlungen ein neues Verb zu prägen, das gleich mehrere Bedeutungen vereint. So steht wulffen auf Platz 5 nicht nur für das Hinterlassen wütender Nachrichten auf einem Anrufbeantworter, nicht nur für illegitime Vorteilsnahme, sondern auch dafür, mit der Wahrheit nicht im Ganzen, sondern »scheibchenweise« nach und nach herauszurücken.

Platz 6 – Netzhetze: Als deutsche Entsprechung zum in diesem Jahr viel gehörten und verübten intermedialen Shitstorm – und durch ihre partielle Reduplikation sowie die Kakophonie die negative Bedeutung hervorhebend – wurde die Netzhetze auf Platz 6 gewählt.

Platz 7 – Gottesteilchen: Dem in diesem Jahr erstmals nachgewiesenen Gottesteilchen wird auf Rang 7 Ehre zuteil. War seine Existenz jahrzehntelang angenommen worden, gelang dem CERN erst in diesem Jahr mit dem Nachweis des Higgs-Bosons bzw. Higgs-Teilchens ein immenser wissenschaftlicher Durchbruch. Seinen populären, wissenschaftlich nicht verwendeten Namen erhielt das Gottesteilchen nach einem Buch, dessen ursprünglicher Titel »Das gottverdammte Teilchen« der Zensur zum Opfer fiel.

Platz 8 – Punk-Gebet: Die ganze Welt verfolgte das Schicksal der Punkband Pussy Riot, die für ihr Punk-Gebet – auf Platz 8 unserer Liste – nach einem öffentlichen Schauprozess hart bestraft wurde. Mit ihrer Inszenierung in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale hatten die Künstlerinnen sich vor allem gegen den russischen Präsidenten gerichtet.

Platz 9 – Fluch-Hafen: Verflucht scheint das Projekt des Berliner Großflughafens Willy Brandt: Aufgrund von baulich bedingten Sicherheitsmängeln wurde die für dieses Jahr geplante Eröffnung mehrfach verschoben, die Kosten stiegen in die Höhe. All dies brachte dem Airport auf Platz 9 die Bezeichnung Fluch-Hafen ein.

Platz 10 – Ziemlich beste: Abschließend wählte die Jury die Phrase »ziemlich beste …« auf Position 10. Nach dem Erfolg des Films »Ziemlich beste Freunde« zu Beginn des Jahres war diese Floskel in aller Munde und weist gleichzeitig durch die Relativierung eines Superlativs eine sprachliche Besonderheit auf.

Die Wörter des Jahres 2012 wurden am 14. Dezember 2012 von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bekanntgegeben. Wie in den vergangenen Jahren wählte die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt, aus diesmal rund 2.200 Belegen jene zehn Wörter und Wendungen, die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt haben.

Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern seine Signifikanz bzw. Popularität stehen bei der Wahl im Vordergrund: Auf diese Weise stellen die Wörter eine sprachliche Jahreschronik dar, sind dabei jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

Bereits seit 1971 und somit im 41. Jahr kürt die GfdS Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise begleitet haben.

Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft für deutsche Sprache

Wort des Jahres 2011

GfdS: Gesellschaft für deutsche Sprache
Sophie und Maximilian sind die beliebtesten Vornamen des Jahres 2011. Das teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gestern in Wiesbaden mit. Die GfdS veröffentlicht auf Grundlage von Listen der deutschen Standesämtern schon seit 1977 jährlich die häufigst verwendeten Vornamen. Hier die jeweils ersten fünf Mädchen- und Jungennamen des Jahres 2011 (in Klammern die Platzierung 2010):

Baby
Sophie und Maximilian sind die beliebtesten Vornamen des Jahres 2011 Foto: © Jamey Ekins - Fotolia.com

Mädchen
2011

1. Sophie/Sofie (1)
2. Marie (2)
3. Maria (3)
4. Mia (5)
5. Sophia/Sofia (4)

Jungen
2011

1. Maximilian (1)
2. Alexander (2)
3. Paul (3)
4. Leon/Léon (4)
5. Ben (11)

Bewertung der GfdS

„Bei den vorgestellten bundesweiten Vornamen-Spitzenreitern fällt auf, dass die Gruppe der ersten 10 Vornamen insgesamt sehr stabil, auf den ersten drei Plätzen unverändert geblieben ist. Die weiblichen Vornamen Emma und Leonie sind um jeweils zwei Plätze aufgerückt, Mia hat sich leicht verbessert. Bei den Jungen ist erstmals Ben weit nach vorn aufgerückt − er schafft es vom Vorjahresplatz 11 auf Platz 5. Insgesamt erscheint die Liste der Jungennamen im Vergleich zum Vorjahr stabiler als die der Mädchen.
Die Spitzenreiter liegen – laut den erfassten Daten – bei rund 10.000 Vergaben bei den Mädchen und nur reichlich der Hälfte bei den Jungen. Prozentual gesehen sind die Spitzenreiter bei den Mädchen mit über 3 % aller vergebenen Mädchennamen mehr als doppelt so beliebt als die Spitzenreiter bei den Jungen (ca. 1,5 %) – Sophie und Marie sind doppelt so oft vergeben worden wie Maximilian und Alexander.“

Hier geht es zur vollständigen GfdS-Liste 2011 und den Vorjahren…

Weitere Beiträge

Blogger Niggemeier erhält Preis für Sprachkultur
Wort des Jahres 2011

Den Medienpreis für Sprachkultur 2012 erhalten die Journalisten Marietta Slomka (heute journal) und Stefan Niggemeier (Bildblog/Der Spiegel). Den Preis verleiht die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) alle zwei Jahre für Verdienste um die Sprach- und Sprechkultur in Presse, Hörfunk, Fernsehen und neuerdings auch im Bereich der so genannten Neuen Medien. In der Vergangenheit haben schon Elke Heidenreich, Harald Schmidt, Klaus Bresser und Hape Kerkeling den Medienpreis für Sprachkultur erhalten. Nadine Ahr, freie Journalistin aus Berlin, erhält den mit 5 000 Euro dotierten Alexander-Rhomberg-Preis, einen Förderpreis für Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten.

Die Preisverleihung findet am 5. Mai 2012 in Wiesbaden, dem Sitz der GfdS, innerhalb eines öffentlichen Festaktes statt. Wer am 5. Mai gerade in der Nähe ist: Einfach kostenlose Karten in der Geschäftstelle der GfdS gegen einen adressierten Freiumschlag anfordern. Nach Angaben der GfdS erfolgt die Vergabe der Karten nach Eingang der Anfragen. Hier die Adresse: Gesellschaft für deutsche Sprache, Spiegelgasse 13, 65183 Wiesbaden.

Weitere Informationen
GfdS kürt „Stresstest“ zum „Wort des Jahres 2011“