Zeitungen machen Meinung, das ist klar. Zeitungen sind nicht immer auf der Suche nach der Wahrheit unterwegs – geschenkt. Dass die taz aus Berlin über die im Blatt veröffentlichten Inhalte selber entscheidet, ist ihr gutes Recht. So hat die taz-Chefredakteurin Ines Pohl am vergangenen Wochenende einen Beitrag über die Pädophilievorwürfe gegenüber den Grünen aus dem Blatt genommen – in letzter Sekunde, wie die ZEIT in ihrer jüngsten Ausgabe ausführlich berichtet.

Ist die taz jetzt auch Angela Merkel?Darin macht Redakteur Christian Füller den Grünen unter Anderem den Vorwurf, dass selbst die katholische Kirche die Vergangenheit aufrichtiger als die Grünen aufarbeite. Das wäre wohl zu viel für die zartbesaiteten taz-Leser gewesen, von denen sich nicht wenige dem grün-alternativ-linken Milieu zurechnen. So kann man die taz-Chefredakteurin gut verstehen. Warum Wahrheit? Warum Leser beunruhigen? Die Grünen avancieren schließlich zur Volkspartei und die taz ist eine ganz normale Zeitung. Spätestens seit dem Sündenfall vom vergangenen Wochenende – berechenbar und sehr solide, fast eine Angela Merkel unter den Zeitungen – oder wie war das, Frau Pohl?

Wer den in der taz unveröffentlichten Artikel lesen will, schaue bei Stefan Niggemeier rein…

Die Angela Merkel unter den Zeitungen: Die Zeit, Nummer 24 vom 06.06.2013
Die Angela Merkel unter den Zeitungen: Die Zeit, Nummer 24 vom 06.06.2013

Die Zeit ist sehr erfolgreich. Klar. Die Zeit ist vielleicht die Angela Merkel unter den Zeitungen, sehr solide.

Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, im Interview mit Hans Hoff, in der Fachzeitschrift journalist, Ausgabe Juni 2013