Mit Fotografie habe ich den Namen Wim Wenders nicht verbunden, bis ich in der Zeitung einen Hinweis auf eine Ausstellung mit dem merkwürdigen Namen „4 REAL & TRUE 2“ gefunden haben – „WIM WENDERS. Landschaften. Photographien. 18.04. – 16.08.2015“. Wim Wenders fotografiert seit Jahrzehnten schon – wusste ich nicht.

 

Die photographische Arbeit ist die andere Hälfte meines Lebens.  Wim Wenders

 

Die meisten kennen Wenders als Regisseur von Kinofilmen wie „Das Salz der Erde“, „Pina“, „Buena Vista Social Club“, „Paris, Texas“ oder – wie ich vor allem – „Der Himmel über Berlin“, den ich wohl ein halbes Dutzend Mal gesehen habe, nicht nur wegen der Dichtungen von Peter Handke und der hochkarätigen Besetzung mit Otto Sander, Bruno Ganz, Solveig Dommartin, Curt Bois – und Peter Falk. Filme von Wim Wenders stehen für höchste cineastische Qualität.

Seine Fotografien sind unbekannt. Zu Wenders‘ 70. Geburtstag in diesem Jahr bietet seine Geburtsstadt Düsseldorf eine Retrospektive seines fotografischen Werks. Eine Reise zu dieser Premiere ist noch nicht zu spät. Zwar ist offizielles Ausstellungsende der 16. August, aber die Wenders-Fotoschau im Kunstpalast ist bis zum 30. August 2015 verlängert worden.

Valeat war schon in Düsseldorf: 80 teilweise großformatige Fotografien und Landschaftsaufnahmen von Wim Wenders zeigt die Ausstellung, die von Beat Wismer, Generaldirektor des Museums Kunstpalast, zusammengestellt wurde, „in enger Zusammenarbeit mit Wim Wenders“, wie es im Faltblatt zur Ausstellung heißt.

 

Wer auf das Bild klickt, der kann sich in gut sechs Minuten über die Wim-Wenders-Ausstellung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf informieren; Wim Wenders führt durch die Welt seiner "Photographien"
Wer auf das Bild klickt, der kann sich in einem sechsminütigen Video über die Wim-Wenders-Ausstellung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf informieren; Wim Wenders selbst führt durch die Welt seiner „Photographien“

 

Ohne Stativ und Kunstlicht fotografiert Wenders; einzig das natürliche Licht führt zusammen mit Wenders Regie. In ihrer lichten, nackten Einzigartigkeit inszenieren sich die Motive aus sich selbst heraus und entfalten so ihre schlichte und malerische Schönheit: Ein Wald in Brandenburg, ein „bestatteter“ DDR-Trabbi in einem Vorgarten, eine Open-Air-Bühne in Palermo, die Aufräumarbeiten im Ground Zero zwei Monate nach 9/11, weite Landschaften, Armenien, Australien, USA.

Wenders ist viel gereist für die Fotografien, seine Panoramakamera im Schlepp, auf den richtigen Moment für den Auslöser wartend, wie er im hörenswerten Audioguide sagt. Noch ein sprachlicher Schnappschuss zum Schluss: Wenders fotografiert nicht, Wenders photographiert – diese Schreibweise des Wortes zeugt von Wenders‘ Internationalität, sie ist aber vor allem aber Programm seiner Fotokunst: mit Licht (griech.: phos) malen (griech: graphein).

 

Noch bis zum 30. August 2015 (außer montags)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr, Donnerstag von 11:00 bis 21:00 Uhr
„4 REAL & TRUE 2“ – „WIM WENDERS. Landschaften. Photographien.“
Museum Kunstpalast
Kulturzentrum Ehrenhof
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
Eintritt: 12 Euro, Audioguide: 3 Euro