Peter Handke (links) wird 70. Plakat von der Frankfurter Buchmesse, 10.10.2012
Peter Handke wird 70. Auf den Plakaten v.l.n.r.: Peter Handke, Ursula Krechel, Lukas Meschik. Am Stand des Verlags Jung und Jung, Frankfurter Buchmesse 2012. Foto: (c) Valeat

Den Kopf hat er in den Nacken geworfen. Es ist, als schaue Peter Handke zur Decke – oder hat er die Augen geschlossen, sinnierend, vielleicht irritiert? Ursula Krechel schaut von rechts zum nur fünf Jahre älteren Kollegen. Bewunderung und Sympathie für den österreichischen Schriftsteller scheinen in ihrem Blick zu liegen. Das Foto der Krechel stammt nicht aus dem Jahr 2012, als sie den Deutschen Buchpreis gewonnen hat. Der junge Mann ganz rechts auf dem Plakat ist Lukas Meschik, ein junger Schriftsteller aus Wien, gerade mal 24 Jahre alt. Als unser Dichterfürst so alt wie Meschik jetzt war, gelang ihm der Durchbruch, damals, im Jahr 1966, als er bei einem Treffen der Gruppe 47 in Princeton von „Beschreibungsimpotenz“ sprach und den damaligen Literaturbetrieb verschmähte. Im selben Jahr folgten „Die Hornissen“ und „Publikumsbeschimpfung“. Seine Werke wie „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ oder „Der kurze Brief zum langen Abschied“ wurden von der Kritik hochgejubelt. 1973 erhielt Peter Handke den Georg-Büchner-Preis. Viele Preise, viele Werke folgten. Wegen seiner Haltung zu Serbien wurde er in den 1990er Jahren kollektiv geschmäht. Peter Handke zählt zu den bedeutendsten deutschprachigen Schriftstellern der Gegenwart. Er hat den Kopf in den Nacken geworfen – müde wirkt er nicht. Peter Handke wird am 6. Dezember 70 Jahre.

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