Es wäre eine nachhaltige Gesellschaft, die einem reduktiven Paradigma folgt. Das heißt, dass wir wesentlich weniger Mobilität haben werden als jetzt, wesentlich weniger Waren, viel weniger Arbeitszeit, viel weniger Fremdversorgung. Das ist der Vorzeichenwechsel für unsere ganze gesellschaftliche Praxis. Das bedeutet natürlich auch Postwachstumsgesellschaft. Mit Wirtschaftswachstum geht das alles überhaupt nicht zusammen. Politisch geht es um eine Penetration aller gesellschaftlichen Felder durch dieses „von allem weniger“.

Harald Welzer (Jahrgang 1958), Dozent für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke im Interview mit dem Philosophie-Magazin, Ausgabe 1/2013

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Postwachstumsgesellschaft

Unsere gigantische zivilisatorische Errungenschaft bewahrt man aber nur, wenn man zugleich den Ressourcenbedarf und die Vermüllung des Planeten erheblich reduziert. Und wie das geht, weiß im Augenblick niemand. Deshalb redet man auch nicht gern darüber, dass das Wohlstands- und Konsumniveau auf keinen Fall zu halten sein wird.

Harald Welzer (Jahrgang 1958), Dozent für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke im Interview mit dem Philosophie-Magazin, Ausgabe 1/2013

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Weniger ist mehr