Den „journalist“ habe ich früher kaum gelesen; er lag monatlich im Briefkasten und wenig später im Altpapierkorb. Seit einiger Zeit finde ich Brauchbares in diesem Medienmagazin, das vom DJV (Deutscher Journalisten-Verband) herausgegeben wird. So stellt die Journalistin Jana Gioia Baurmann in der aktuellen Ausgabe (11/2013) den Journalisten Jasper Fabian Wenzel vor. Nichts Aufsehen Erregendes: Networking, PR in eigener Sache könnte man das nennen – ist es aber nicht. Das Porträt handelt von einem fast unglaublichen Start-up: Der 27-jährige Wenzel hat sich dem Qualitätsjournalismus verschrieben und baut gerade „Weeklys“ im Internet auf.

Das Prinzip: „Journalismus in Langform“, also Reportagen, Porträts, längere Erzählstrecken, für die sich der Leser Zeit nehmen muss. Das zu machen kostet aber auch Zeit – und Mühe und Talent obendrein. Deshalb plant Wenzel einen Kostenbeitrag von 99 Cent pro Artikel. Ich habe mal bei „Weeklys“ reingeklickt und einen Beitrag gefunden, kostenlos sogar. Mir gefällt der Text, mir gefallen die Fotos, mir gefällt die ganze Aufmachung, alles wirkt fundiert, ruhig und unaufgeregt – kurzum: Ein ästhetischer Genuss, der so gar nicht ins schnelle und krude Internet zu passen scheint und den Besuchern von Valeat deshalb nicht vorenthalten werden darf.

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„Reportagen“ kommt aus der Schweiz und ist nach eigenen Angaben „das einzige deutschsprachige Magazin, das sich fast ausschließlich auf die Reportage, die Königsdisziplin des Journalismus, fokussiert“. Die aktuelle Ausgabe #9 (März 2013) enthält Reportagen über den Bürgerkrieg in Syrien, die Stadtentwicklung in Marseille, Prostitution im Iran, einen Schwimmer im Ärmelkanal, chinesische Taxifahrerinnen u.v.m. „Reportagen“ erscheint sechsmal im Jahr. Hohe journalistische Qualität und spannende Lektüre sind für 15 Euro oder 20 Schweizer Franken im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich.

Webseite reportagen.com…