Der private Netznutzer muss glauben, er selbst solle künftig zur Kasse gebeten werden. Oder er werde gar nichts mehr finden. Mitnichten: Es geht nur um kommerzielle Kopien, die im Leistungsschutzrecht geregelt werden. Und finden wird man weiter alles, wenn Google sich dazu herablässt, mit den Verlagen endlich eine vernünftige Einigung zu finden. Man glaubt es kaum, aber die haben uns noch nie nach dem Preis gefragt, der uns vorschwebt. Wir glauben dem Google-Slogan Don’t be evil und denken, die netten Jungs mit dem bunten Logo meinen es doch nur gut. In Wirklichkeit will Google nur erzkapitalistische Interessen durchsetzen und sein Geschäftsmodell optimieren. Das ist so, als würde eine Hehlerbande bei Amnesty International eine Menschenrechtspetition zur Verteidigung der freien Bürgerrechte beim Ladendiebstahl einreichen.

Mathias Döpfner (Jahrgang 1963), Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, in der Zeit vom 06.12.2012, Seite 32

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