Auf der Fahrt durch den Nebel kommt plötzlich Ungewissheit auf, ob auf der Autobahn nach Straßburg nicht doch Mautstationen warten – ohne Grund, denn schon stehen wir auf dem Bahnhofsvorplatz, zwischen der Wilhelminischen Fassade und der modernen Glasummantelung.
Straßburg hat Charme. Die Stadt liegt im Nebel, es ist kalt, wir vergraben die Hände tief in den Jackentaschen. Das Straßburger Münster ist nur zu dreiviertel zu erkennen, die Spitze von hellem Weiß verschluckt. An der Ill, einem Nebenfluss des Rheins, kursieren Ausflugsboote, flach und geduckt, um die Brücken bis zum Vauban-Wehr passieren zu können. „La Petite France“, das Gerberviertel, zeigt seine hübschen Fassaden, Fachwerk, oft mit Galerien, wo die Gerber früher die Häute trockneten, die sie zuvor im Kanalwasser gereinigt hatten.
Koenig heißt der „Salon de Thé“, wir trinken Tee. Die Bestellung hat doch ganz gut geklappt, ich habe sogar eine zwischen „grand“ et „moyen“ unterscheiden können. Der Quiche aux Legumes schmeckt großartig, gegenüber die Frau verspeist den klassischen Quiche Lorraine. 24 Euro insgesamt, das ist in Ordnung. Die Toiletten sind hübschbunt, der Handfön ist mit seiner Lautstärke ein echter Angeber. Patisserie Koenig, 10. rue des Francs Bourgeois, 6700 Strasbourg, patisserie-koenig@orange.fr.
Am Place Kleber heißt alles Kleber, von der Apotheke bis zum Zeitschriftenladen. Nomen est omen, denn wir kommen immer wieder hierhin und natürlich bleiben die Damen an der „Galeries Lafayette“ kleben, zwanzig Minuten, hundert Prozent Überschreitung der vereinbarten Zeit für zwei zugegeben schicke Armbänder. Jetzt scheint die Sonne, es ist halb drei. Auf der Rückfahrt nehmen wir noch das Europaparlament am Rande der Stadt mit, Straßburg nennt sich selbst „europäische Hauptstadt“.