Die Finanzkrise führt zu einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung, und dieser Vertrauensverlust destabilisiert die Demokratie. Wir haben gefordert, dass auch in der Finanzwirtschaft das Prinzip der Verantwortung für Fehler beibehalten werden muss und dass die Finanzmärkte reguliert werden müssen. Ich habe auch den Eindruck, dass nach dem Fall der Mauer der Begriff „soziale Marktwirtschaft“ sehr stark in Richtung auf „Marktwirtschaft“ verkürzt wurde und dass der Bereich des Sozialen, der Daseinsvorsorge, für die die Gesellschaft verantwortlich ist, zu stark in den Markt hineingezogen worden sind.

Markus Dröge (Jahrgang 1954), Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Interview mit dem Tagesspiegel, 24. Dezember 2012

Vor einem Jahr war der ZEIT-Redakteur Henning Sußebach als Obdachloser verkleidet dort, wo die reichsten Deutschen wohnen, in Kronberg und Königstein im Hochtaunuskreis, nahe Frankfurt. Jetzt war er mit Reporter-Kollegin Nadine Ahr zu einem neuen Experiment unterwegs – in Neukölln, einem Berliner Viertel mit hoher Arbeitslosenquote:

Wir Mittelschichtkinder hatten mit vielem gerechnet in dieser klischeebeladenen Kulisse: mit bösen Blicken. Mit gezischelten Beleidigungen. Mit dem Aufblitzen eines Klappmessers und schlimmstenfalls mit einer Kurzmeldung in Bild: „Obdachlose angegriffen!“ Aber dass unser Experiment in Neukölln derart außer Kontrolle geraten würde – niemals.

Dieses Zitat aus dem Beitrag „Maria und Josef in Neukölln“ ist schon fast ein Teaser für die ZEIT vom 19. Dezember 2012. In der Regel dauert es eine Woche, bis die ZEIT den Beitrag auch online stellt. Bitte sagt mir Bescheid, falls Ihr es vor mir entdeckt, damit ich die Verlinkung vornehmen kann. Wer nicht warten kann, für den sind 4 Euro 20 für die Weihnachtsausgabe der ZEIT gut investiert.

Nachschlag: ZEIT online „Maria und Josef in Neukölln“…

Hier geht es zum Valeat-Beitrag über „Maria und Josef im Ghetto des Geldes“…

Klassenkampf von oben

    Es gibt eine elitäre Parallelgesellschaft, in der ein eisiger Jargon der Verachtung herrscht und kaum Interesse an gesellschaftlichen Integrationsproblemen. Es gibt also keine Auseinandersetzung mit dem, was in unserer Gesellschaft geschieht. Es geht den Reichen bei ihrer Abschottung um die Sicherung ihres Status. Insofern gibt es sozusagen einen Klassenkampf von oben.

Wilhelm Heitmeyer in einem Interview mit der ZEIT, 22. Dezember 2011

Mehr dazu in ZEIT online vom 12. Dezember 2011

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