Titel des in der Zeit vom 13. März 2014 erschienenen Beitrag von Thomas Assheuer. Anlass sind die am selben Tag bei Klostermann veröffentlichten "Schwarzen Hefte" von Martin Heidegger.
Titel des in der Zeit vom 13. März 2014 erschienenen Beitrags von Thomas Assheuer. Anlass sind die am selben Tag bei Klostermann veröffentlichten »Schwarzen Hefte«, die Denktagebücher von Martin Heidegger.

 

Wie konnte es geschehen, dass sich ein deutscher Philosoph – nach Lessing und Kant, nach Heine und Hegel – bei vollem Bewusstsein in die globale Vernichtung hineinfantasierte und die Auslöschung der vom undeutschen Geist verdorbenen Welt zum Letztbeweis für die »Größe des Seyns« veredelte? Aber so war es. 1941, nachdem Deutschland die Welt in Brand gesteckt hat, bringt Martin Heidegger, der »größte Denker des Jahrhunderts«, der »Held des geheimen Deutschland«, der »Hölderlin im Turm der Philosophie«, der »geniale Fortsetzer des Griechentums«, diesen Satz zu Papier: »Alles muss durch die völlige Verwüstung hindurch. Nur so ist das zweitausendjährige Gefüge der Metaphysik zu erschüttern.«

Thomas Assheuer (Jahrgang 1955) in der Zeit vom 13. März 2014 – nach der Veröffentlichung der Schwarzen Hefte des Philosophen Martin Heidegger.

Mehr dazu bei Valeat:
»Er war ein lieber Vater«
Heideggers Hütte in Todtnauberg

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen andern erwählt;
Der andre liebt eine andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heiratet aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

Foto: © Viktor Kuryan - Fotolia.com

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Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe
Er schaut nur hinauf in die Höh´.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.

Heinrich Heine (1797-1856)

Denkmal am Loreleyblick bei Urbar. Foto: (c) Valeat
Clemens Brentano, Friedrich Silcher, Heinrich Heine: ‚Den Schöpfern des Loreley-Liedes in Dankbarkeit gewidmet‘. Denkmal am Loreleyblick bei Urbar. Foto: (c) Valeat