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Auf verlorenem Posten

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Vor gut 40 000 Jahren zog der Homo sapiens aus Afrika los und hat die Welt besiedelt. Vor 20 000 Jahren hatten wir Pfeil und Bogen, vor 10 000 Jahren Ackerbau und Viehzucht und Zivilisation, vor 5000 Jahren Hochzivilisation und die Erfindung der Schrift, vor 2500 Jahren die Antike. Wenn man so in stets halbierten Intervallen weiter rechnet, kommt man erstaunlicherweise stets bei den umwälzenden Erfindungen und Ereignissen heraus. Beim Buchdruck, der ersten kommerziellen Dampfmaschine, der Gründerzeit – und die Abstände werden so rasch kürzer, dass sie in endlicher Zeit zu konvergieren scheinen, und zwar innerhalb der nächsten Jahrzehnte. Mittlerweile erleben wir mehrere Umwälzungen innerhalb eines Menschenlebens. Wir leben in einer ganz besonderen Zeit. Es wäre erstaunlich, wenn wir nicht in ein paar Jahrzehnten intelligente Maschinen hätten, die in vieler Hinsicht dem Menschen überlegen sind.
Jürgen Schmidhuber (Jahrgang 1963) im Interview „Hat Facebook bald Humor?“ mit Kathleen Hildebrand, Süddeutsche Zeitung von 7. Januar 2014. Hintergrund für das Interview:
Facebook betreibt ein Forschungslabor für künstliche Intelligenz, um die Daten seiner 700 Millionen Nutzer besser verstehen zu lernen. Dafür hat das Unternehmen Yann LeCun, einen der führenden Köpfe im so genannten Deep Learning engagiert. Diese Methode wird bei der Bild- und Spracherkennung eingesetzt; langfristig geht es darum, intelligente Computer auf Basis des menschlichen Gehirns aufzubauen. Jürgen Schmidhuber ist Codirektor des Schweizer Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz IDSIA.
Denn anders als die populäre Rede suggeriert, können Hirnforscher dem Organ eben nicht beim Denken zuschauen, sondern nur Korrelationen zwischen Denkvorgängen und neuronalen Aktivitäten herstellen. Dabei ist das Auflösungsvermögen so grob, dass es »der Sicht auf die Erde durch einen Beobachter im Weltraum« gleicht, wie der Neurobiologe Joachim Pflüger treffend bemerkte. Man sieht zwar manche Gebiete heller leuchten als andere; was dort aber genau vor sich geht, weiß man nicht. Überdies geschehen die spannendsten Dinge oft im Dunkeln.
Ulrich Schnabel (Jahrgang 1962) in der ZEIT vom 29. August 2013
Kinder können mit der Information aus digitalen Medien schlechter umgehen als Erwachsene, vermutlich, weil verschiedene Teilsysteme des Gehirns noch nicht ausgereift und voll funktionsfähig sind. Zahlreiche Untersuchungen bei Kindern zeigen unter anderem ein erhöhtes Risiko für schlechtere Schulleistungen, Schlafstörungen und Aufmerksamkeitsprobleme, wenn viel Zeit vor Bildschirmen verbracht wird. Pädiater empfehlen daher, Kleinkindern nicht Computern oder Fernsehen auszusetzen und bei älteren Kindern die Zeit zu limitieren. Ein totales Verbot ist aber nicht angezeigt, denn Kinder müssen natürlich lernen, mit digitalen Medien umzugehen, die ja zunehmend unser Privat- und Arbeitsleben bestimmen.
Michael Madeja (Jahrgang 1962) in WELT online vom 3. Januar 2013
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