1. Lügenpresse
2. Erweiterte Verhörmethoden
3. Russland-Versteher

 

„Lügenpresse“ ist Unwort des Jahres 2014, wie die Sprachwissenschaftlerin Nina Ruge von der Technischen Universität Darmstadt am Dienstag mitteilte. Außerdem wurden die Wörter „Erweiterte Verhörmethoden“ als Euphemismus für Folter und „Russland-Versteher“ als abwertender, polemisierender Ausdruck für Menschen, die sich mit der „anderen Seite“ empathisch-kritisch auseinandersetzen, von der Jury gerügt.

Lügenpresse – Begründung der Jury

Das Wort „Lügenpresse“ war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff und diente auch den Nationalsozialisten zur pauschalen Diffamierung unabhängiger Medien. Gerade die Tatsache, dass diese sprachgeschichtliche Aufladung des Ausdrucks einem Großteil derjenigen, die ihn seit dem letzten Jahr als „besorgte Bürger“ skandieren und auf Transparenten tragen, nicht bewusst sein dürfte, macht ihn zu einem besonders perfiden Mittel derjenigen, die ihn gezielt einsetzen. Dass Mediensprache eines kritischen Blicks bedarf und nicht alles, was in der Presse steht, auch wahr ist, steht außer Zweifel. Mit dem Ausdruck „Lügenpresse“ aber werden Medien pauschal diffamiert, weil sich die große Mehrheit ihrer Vertreter bemüht, der gezielt geschürten Angst vor einer vermeintlichen „Islamisierung des Abendlandes“ eine sachliche Darstellung gesellschaftspolitischer Themen und differenzierte Sichtweisen entgegenzusetzen. Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit, deren akute Bedrohung durch Extremismus gerade in diesen Tagen unübersehbar geworden ist.

Das Unwort des Jahres wird von der institutionell unabhängigen Aktion „Unwort des Jahres“ ausgewählt. Grundlage dafür waren diesmal 733 verschiedene Wörter aus 1.246 Einsendungen. Die Jury bildeten die Sprachwissenschaftler Nina Janich (TU Darmstadt), Kersten Sven Roth (Universität Zürich), Jürgen Schiewe (Universität Greifswald) und Martin Wengeler (Universität Trier) sowie der Journalist Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau). Als jährlich wechselndes Mitglied war aktuell die Journalistin und Autorin Christine Westermann Jurymitglied. Das „Unwort des Jahres“ wurde zum 24. Mal gewählt.

Weiterführende Informationen:
Hier geht es zur Homepage der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“

Außerdem bei Valeat zum Thema erschienen:

Unwort des Jahres 2013: „Sozialtourismus“
Unwort des Jahres 2012: „Opfer-Abo“
Unwort des Jahres 2011: „Döner-Morde“

 

Logo_dbp_14_RGB_webNur noch eine Woche: Am 6. Oktober 2014 verleiht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels im Frankfurter Römer den Deutschen Buchpreis. Die Verleihung des mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreises ist der Auftakt der Frankfurter Buchmesse vom 8. Oktober bis zum 12. Oktober. Finnland ist 2014 Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse. Spannung ist beim Deutschen Buchpreis angesagt, vor allem bei den vier Verlagen, zu denen die sechs Bücher der Shortlist gehören. Sie wurden aus der 20 Bücher umfassenden Longlist ausgewählt. Die siebenköpfige Jury des Deutschen Buchpreises wechselt jährlich und besteht diesmal aus Jens Bisky, Fritjof Klepp, Susanne Link, Manfred Papst, Wiebke Porombka und Annemarie Stoltenberg. Die hatten in den vergangenen Wochen viel zu lesen, mindestens 20 Bücher – und das neben ihrem normalen Job als Buchhändlerin, Literaturkritikerin oder Kulturredakteur.

dbp14_Jury

Jetzt haben die sieben Juroren noch sieben Tage Zeit, sechs von zwanzig Büchern zum zweiten Mal zu lesen. Mögen sie dabei ein gutes Gespür für erstklassige Literatur haben! Eines Tages, da würde ich mich nicht wundern, vielleicht im nächsten Jahr schon sitzt auch ein Blogger in der Jury des Deutschen Buchpreises.

Der Deutsche Buchpreis ist ein bedeutendes Marketinginstrument des Buchhandels. Schon Wochen vor der Preisverleihung fördert er den Verkauf von Büchern: Es gibt kaum eine Buchhandlung ohne Stapel von Büchern mit Aufklebern wie „Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2014“ oder „Longlist Deutscher Buchpreis“. Kritiker werfen dem Deutschen Buchpreis vor, dass nicht das beste Buch, sondern das Buch mit dem besten Marketing gewönne.

Mehr bei Valeat zum Deutschen Buchpreis
Deutscher Buchpreis 2013
Deutscher Buchpreis 2012

Mehr bei Valeat zur Frankfurter Buchmesse:
Frankfurter Buchmesse 2013
Frankfurter Buchmesse 2012

 

2014 wird alles besser. Bild: © Marco2811 - Fotolia.com
2014 wird alles besser: Endlich nicht mehr rauchen, dreimal in der Woche Sport, mindestens. Mehr Geld verdienen, trotzdem viel mehr Zeit für Familie und Freunde haben. Englisch vertiefen. Qigong, weniger Fleisch – vegetarisch, besser vegan. Oder besser: Ein Buch lesen… – Valeat wünscht Euch ein gutes neues Jahr 2014. Bild: © Marco2811 – Fotolia.com

Valeat
wünscht
Euch
ein
gutes
neues
Jahr
2014!