
Trotzdem hält sich bis heute die Ansicht, man [gemeint sind die Medien, Anmerkung von Valeat] habe in der Causa Wulff lediglich seine Arbeit gemacht. In Wahrheit wollte nahezu die gesamte Medienschaft ihren Teil vom Kuchen abhaben: Die Causa Wulff war nicht zuletzt auch ein Verkaufsschlager. Die Talkshows, die das Thema keine Woche ausließen, erzielten Traum-Quoten, bei den Internetauftritten nahezu aller Medien schossen die Klickzahlen in die Höhe. Immer wieder wurde aufgelistet, was Wulff vorgeworfen wurde, auch das, was sich bereits als nicht haltbar erwiesen hatte. Es schien, als ginge es darum, den Mangel an Substanz durch die Summe der Kleinigkeiten aufzuwiegen. Von einzelnen öffentlichkeitswirksamen Mea-culpa-Erklärungen einmal abgesehen, hat bis heute keine ernsthafte Debatte über die Rolle der Medien in den Wochen der Causa Wulff stattgefunden.
Michael Götschenberg (Jahrgang 1969) im „medium Magazin“ 02-03/2014. Götschenberg hat auch ein Buch über die Causa Wulff mit dem Titel „Der böse Wulff – Die Geschichte hinter der Geschichte und die Rolle der Medien“ geschrieben.
Auch Valeat hatte über die Causa Wulff veröffentlicht:
Spiegel streicht Wulff die Würde weg
Inflationierung: Wulff und die Medien
Wulff, Küppersbusch und die Tüte Chips




