Man muss für den Augenblick und für die Ewigkeit leben. Nicht für die Treulosigkeit der Zeit.
Nicolás Gómez Dávila (1913 – 1994)
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Nicolás Gómez Dávila – Auf verlorenem Posten
Die tiefsten geistigen Erfahrungen
Aphorismus
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Da lebt einer von vier Euro am Tag. Sein Lieblingsessen: Reispfanne mit Möhre, Zwiebel, Paprika, Gurke für anderthalb Euro. Ich bin beeindruckt. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre in Köln hat er mit 1,0 abgeschlossen, doch er hat sich nach dem Studium keiner standesgemäßen Karriere unterworfen, sondern entschieden, dass ihm Zeit wichtiger als Geld sei. Nun studiert er Philosophie in Berlin.
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Zeitungen machen Meinung, das ist klar. Zeitungen sind nicht immer auf der Suche nach der Wahrheit unterwegs – geschenkt. Dass die taz aus Berlin über die im Blatt veröffentlichten Inhalte selber entscheidet, ist ihr gutes Recht. So hat die taz-Chefredakteurin Ines Pohl am vergangenen Wochenende einen Beitrag über die Pädophilievorwürfe gegenüber den Grünen aus dem Blatt genommen – in letzter Sekunde, wie die ZEIT in ihrer jüngsten Ausgabe ausführlich berichtet.
Darin macht Redakteur Christian Füller den Grünen unter Anderem den Vorwurf, dass selbst die katholische Kirche die Vergangenheit aufrichtiger als die Grünen aufarbeite. Das wäre wohl zu viel für die zartbesaiteten taz-Leser gewesen, von denen sich nicht wenige dem grün-alternativ-linken Milieu zurechnen. So kann man die taz-Chefredakteurin gut verstehen. Warum Wahrheit? Warum Leser beunruhigen? Die Grünen avancieren schließlich zur Volkspartei und die taz ist eine ganz normale Zeitung. Spätestens seit dem Sündenfall vom vergangenen Wochenende – berechenbar und sehr solide, fast eine Angela Merkel unter den Zeitungen – oder wie war das, Frau Pohl?
Wer den in der taz unveröffentlichten Artikel lesen will, schaue bei Stefan Niggemeier rein…

Die Zeit ist sehr erfolgreich. Klar. Die Zeit ist vielleicht die Angela Merkel unter den Zeitungen, sehr solide.
Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, im Interview mit Hans Hoff, in der Fachzeitschrift journalist, Ausgabe Juni 2013
Es ist wie auf einer nach unten fahrenden Rolltreppe: Die Rolltreppe befördert mich nach unten, wenn ich nicht nach oben laufe. Das unmittelbare Anschauungsbeispiel ist der E-Mail-Account. Ich renne nach oben, indem ich anfange, die Mails abzuarbeiten. Und dann, puh – endlich bin ich durch. Doch in dem Moment, in dem ich mich irgendeiner anderen Tätigkeit widme, fange ich an zurückzurutschen: Unaufhörlich eintreffende neue Nachrichten befördern mich wieder nach unten. Dabei stehen wir aber nicht nur auf dieser einen, sondern gleichzeitig auf vielen abwärtsgleitenden Rolltreppen: Jetzt habe ich mich endlich abgedatet, hab den neuesten Computer, Hardware und die besten Programme. Und nach zwei Tagen kommen die ersten E-Mails: Ihre Firewall ist nicht mehr up to date, Ihr Adobe-Player ist veraltet. Man steht überall auf rutschenden Abhängen und das erzeugt die Erfahrung von Zeitknappheit, auf die wir mit dem Versuch antworten, die Zahl der Erlebnis- oder Handlungsepisoden pro Zeiteinheit zu steigern, mehr Dinge zu tun oder zu erleben.
Hartmut Rosa (Jahrgang 1965) im Interview mit Svenja Flaßpöhler in Philosophie Magazin, Februar/März 2013
Vor einem Jahr war der ZEIT-Redakteur Henning Sußebach als Obdachloser verkleidet dort, wo die reichsten Deutschen wohnen, in Kronberg und Königstein im Hochtaunuskreis, nahe Frankfurt. Jetzt war er mit Reporter-Kollegin Nadine Ahr zu einem neuen Experiment unterwegs – in Neukölln, einem Berliner Viertel mit hoher Arbeitslosenquote:
Wir Mittelschichtkinder hatten mit vielem gerechnet in dieser klischeebeladenen Kulisse: mit bösen Blicken. Mit gezischelten Beleidigungen. Mit dem Aufblitzen eines Klappmessers und schlimmstenfalls mit einer Kurzmeldung in Bild: „Obdachlose angegriffen!“ Aber dass unser Experiment in Neukölln derart außer Kontrolle geraten würde – niemals.
Dieses Zitat aus dem Beitrag „Maria und Josef in Neukölln“ ist schon fast ein Teaser für die ZEIT vom 19. Dezember 2012. In der Regel dauert es eine Woche, bis die ZEIT den Beitrag auch online stellt. Bitte sagt mir Bescheid, falls Ihr es vor mir entdeckt, damit ich die Verlinkung vornehmen kann. Wer nicht warten kann, für den sind 4 Euro 20 für die Weihnachtsausgabe der ZEIT gut investiert.
Nachschlag: ZEIT online „Maria und Josef in Neukölln“…
Hier geht es zum Valeat-Beitrag über „Maria und Josef im Ghetto des Geldes“…
Die Frage nach dem Sinn von Sein soll gestellt werden. Wenn sie eine oder gar die Fundamentalfrage ist, dann bedarf solches Fragen der angemessenen Durchsichtigkeit. Daher muss kurz erörtert werden, was überhaupt zu einer Frage gehört, um von da aus die Seinsfrage als eine ausgezeichnete sichtbar machen zu können. Jedes Fragen ist ein Suchen. Jedes Suchen hat seine vorgängige Direktion aus dem Gesuchten her. Fragen ist erkennendes Suchen des Seienden in seinem Dass- und Sosein. Das erkennende Suchen kann zum »Untersuchen« werden als dem freilegenden Bestimmen dessen, wonach die Frage steht. Das Fragen hat als Fragen nach… sein Gefragtes. Alles Fragen nach … ist in irgendeiner Weise Anfragen bei… Zum Fragen gehört außer dem Gefragten ein Befragtes.
Aus: Martin Heidegger (1889 – 1976) – Sein und Zeit


(…) jene Frauen, die für 30 Euro im Monat zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche Textilien herstellen. Hier begegnen sie jenen, die morgen schon verkohlt in einer ausgebrannten Fabrikhalle liegen können. Hier kann sich der Konsument fragen: Warum hat diese Frau nur 13 Cent für ihre Arbeit erhalten? Das ist eine fast revolutionäre Frage, denn sie zielt auf die Wurzel des Problems: auf soziale Ungleichheit. Es gäbe kein Billigangebot ohne die Ausbeutung Hunderttausender Menschen.
Ulrich Ladurner (Jahrgang 1962) in der Zeit vom 29. November 2012, Seite 1

Noch bezieht Online seinen Hauptreiz in der unmittelbaren Wiedergabe von Ereignissen und den Partizipationsmöglichkeiten der Nutzer, Print aus dem entschleunigten, konzentrierten Abtauchen in die Lektüre, ohne dabei eine Spur zu hinterlassen. (…) Es braucht die Kooperation, nicht die Gegnerschaft von Print und Online, beide bedingen einander.
Giovanni di Lorenzo (Jahrgang 1959), Chefredakteuer der Zeit, in der Zeit vom 22. November 2012, Seite 1.
Ich frage mich manchmal, ob wir Autoren uns nicht mehr verändert haben als die Leser – und dadurch vielleicht auch unser Bild von dem, was Literatur ist. Als ich anfing zu studieren, hatte ich das Gefühl, dass man als junger Autor überhaupt keine Chance hat, jemals einen Verlag zu finden. Ein Autor, das war damals jemand, der mindestens 50 ist, männlich und am besten schon tot. Dann hat sich die Verlagswelt plötzlich jüngeren Autoren geöffnet – vor allem durch das Phänomen der sogenannten Popliteratur. Damit wurde Geld verdient, und das hatte Konsequenzen: Mediale Präsenz, der Autor muss verhandeln, nimmt sich einen Agenten, solche Sachen.
Juli Zeh (Jahrgang 1974), Schriftstellerin, in einem Gespräch mit Michael Krüger, Geschäfsführer beim Hanser Verlag, Helge Malchow, Verleger bei Kiepenheuer & Witsch. Die Zeit, Nummer 7, 15. November 2012. Pflichtlektüre für Menschen, die mit Büchern zu tun haben.
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