Apple is watching you: Icons auf einem iPhone.
Apple is watching you: Icons auf einem iPhone.

Der Smartphone-Nutzer ist im Moment komplett entmündigt. Die meisten Anwendungen erfordern eine generelle Zustimmung zum Datenzugriff. Damit werden Konzerne wie Apple, Google und Facebook das Kaufverhalten der Konsumenten alleine auswerten und damit auch steuern. Die Apple-Uhr könnte im Extremfall beispielsweise über den Puls ihres Trägers beim betrachten einer Internetseite mit einem Produkt klare Schlüsse über seine Kaufinteressenten liefern.

Key Pousttchi (Jahrgang 1970) im Interview mit der Kölnischen Rundschau, 25. April 2015

Key Pousttchi ist Wirtschaftsinformatiker und gilt als anerkannter „Mobile-Business-Experte“. Als Steigerung zur Smartwatch sieht er einen Computerchip, den man unter die Haut implantiert, ein System, das man bei einem Club in Barcelona als Zugangskontrolle und Zahlungsmittel erfolgreich eingesetzt habe, so Pousttchi in der Kölnischen Rundschau.

Budapest. Blick vom Gellértberg auf der Budaer Seite auf Pest. Im Vordergrund die weiße Elisabethbrücke. Foto: (c) Valeat.
Budapest. Blick vom Gellértberg auf der Budaer Seite auf Pest. Im Vordergrund die weiße Elisabethbrücke. Foto: (c) Valeat.

Malerei entsteht vergleichsweise langsam gegenüber dem Moment der Fotografie, dem Bruchteil einer Sekunde. Daran hängt alles, darum gibt es im Grunde nur wenige Fotografen. Wenn wir heute ein Bild mit dem Handy aufnehmen, ist das nicht mehr Fotografie. Es ist Bild, nicht Fotografie. Fotograf ist, wer für die Fotografie lebt, wer in der Sprache der Fotografie sprechen will. Ich kann viele verschiedene Dinge machen. Ich liebe meine Frau, ich mag es zu essen, ich liebe meinen Sohn. Aber die Fotografie ist das Einzige, für das ich 24 Stunden am Tag lebe.

Sebastião Salgado (Fotograf, Jahrgang 1944) im Interview „Am Beginn der Zeit“ mit der Süddeutschen Zeitung, 18./19. April 2015

Ich stehe früh auf und gehe spät zu Bett. Ich wache auf und gehe raus und kaufe mir die Zeitungen, Nice Matin und irgendeine andere. Dann gehe ich wieder nach Hause und arbeite, im Augenblick lese ich die Fahne meines neuen Buches. Ich spaziere zum Hafen, ich gehe bis zum Leuchtturm oder auf die Festung. Jeden Mittag esse ich im selben Bistro, dann halte ich ein Nickerchen. Es ist ein sehr undramatisches Leben, es ist nicht so, dass ich jeden Morgen aufschrecke und denke: O Gott, ich habe diese tödliche Krankheit. Das Drama meines Lebens spielt sich hier oben ab (zeigt auf seinen Kopf).

Henning Mankell in einem Interview mit Susanne Mayer in der Zeit vom 26. März 2015.

Mehr zu Henning Mankell bei Valeat:
Mankells Krebskolumne

Ich würde mir wünschen, dass er weitergeführt wird in der Tradition der Hermeneutik und der Phänomenologie und, was Heidegger betrifft, in kritischer Fortführung auch dessen, was er angestoßen hat, vor allem als Phänomenologe, also mit „Sein und Zeit“ und den Werken der Zwanzigerjahre. Kritisch, aber mit dem Bewusstsein für die wichtige Tradition, die sich mit dem Namen Heidegger verbindet.

Rüdiger Safranski im Interview mit Michael Stallknecht. Süddeutsche Zeitung, 24. März 2015.

In diesem lesenswerten Interview geht der Heidegger-Biograf Rüdiger Safranski auf die aktuelle Debatte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der so genannten Schwarzen Hefte Martin Heideggers ein. Heidegger habe zum „intellektuellen Mob“ jener Zeit gehört, überrascht habe ihm nach der Veröffentlichung der Schwarzen Hefte Heideggers „Vulgärantisemitismus auf einer geisteswissenschaftlichen Ebene“.

Gleichwohl sei seine phänomenologische Philosophie der 1920er Jahre „genialisch“: Safranski nennt in diesem Zusammenhang Heideggers Hauptwerk „Sein und Zeit“ und seine „Grundbegriffe der Metaphysik“. Safranski hat sich einer Petition angeschlossen, dass der einstige Lehrstuhl Heideggers an der Universität Freiburg, an der vor ihm Heinrich Rickert und Edmund Husserl gelehrt hatten, weitergeführt wird.

 

Heideggers Hütte in Todtnauberg: Hier hat Martin Heidegger sein Hauptwerk „Sein und Zeit“ verfasst.

Foto: (c) Valeat
Foto: (c) Valeat

 

Ich habe vielleicht ein Grundgefühl mitgenommen, dass nur Gelassenheit einen Ausweg verheißt aus der Gefahr von Zynismus auf der einen und Fanatismus auf der anderen Seite. Ich musste lernen, die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist.

Alle Utopien, die sagen, wir müssen erst den Menschen grundlegend verändern, ehe wir in die wirkliche Geschichte eintreten, sind der Anfang von Leid und Terror. Die Menschen, so wie sie sind, sind die richtigen. Wir müssen sie nicht umerziehen – und wir dürfen es auch nicht.

Winfried Kretschmann im Interview mit der Zeit vom 19. März 2015
Im Interview mit der Zeit spricht Kretschmann über seinen Wandel vom Kommunisten zum Katholiken, vom Staatsgegner (Kretschmann-Akte zu Zeiten des Radikalen-Erlasses) zum Staatsdiener (heute erster deutscher Ministerpräsident der Grünen).

Der Autor ist ein Mensch, der alles Menschliche des Seins auslotet. Das ergibt einen verallgemeinerten Relativismus, der sich als Haltung auf den Autor überträgt. Ich bin kein engagierter Schriftsteller, ich schreibe nicht wie Sartre oder Camus, ich bin für nichts, ich weiß nichts.

Michel Houellebecq im Interview mit Romain Leick im Spiegel 10/2015 (28.02.2015)

 

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Michel Houellebecq – Karte und Gebiet

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